360
Chronik der Volkskunde
ÖZV L/ 99
rungen gefiel weiters auch das besondere Engagement der Programment-wickler und deren Bereitschaft zur Weiterentwicklung in Zusammenarbeitmit den Anwendern.
Mit der Einigung der niederösterreichischen Museen auf ein gemeinsa-mes Programm kann nun der in den vergangenen Jahren einsetzenden Flut,, selbstgestrickter" EDV- Programme im Museumsbereich wirksam entge-gengetreten werden. Das Interesse anderer Bundesländer an dieser Entschei-dungsfindung bestätigt das diesbezügliche Engagement.
Ulrike Vitovec
11th International Ethnological Food Research Conference,, Food and the Traveller"
The impact of migration, immigration and tourism onethnic traditional food
Zypern, 2. bis 8. Juni 1996
Ethnographen auf Reisen wähnen sich ungern als Touristen. Manche tun dasauch kund. Gleichwohl sind sie freilich die Supertouristen. Im Gepäck habensie nicht nur Reiseführer und andere Utensilien, die von touristischer Praxisverlangt werden, sondern auch ihr Ethnologen- Wissen. Sie wissen Bescheidüber Typisches und Stereotypes und sind vertraut mit jenen Dingen, die siezwar magisch anziehen, deren Reize sie aber berufshalber vermeintlich zuleugnen haben. Wenn sie solche Kenntnis nicht schon mitbringen, haben siedie Kompetenz, sich diese rasch und ökonomisch anzueignen. Folgen Ethno-graphen einer Einladung, tragen sie auch die Garantie mit sich, von einemProgramm erwartet zu werden, das keinen Standeswunsch offenläßt: every-day culture, folklore, traditional food. Mit einem Wort: ethnicity- allinclusive. Um das überkommene Schema aus der Tourismusforschung vonden Reisenden und Bereisten aufzunehmen: Als Gastgeber sind Ethnologenvor allem Botschafter ihres Landes, die wissen, was von ihnen erwartet wird,und alles daran setzen werden, die Erwartungen der Reisenden noch zuüberbieten. Oder anders gesagt: Auch der Konferenztourismus läßt zumin-dest unbewußt Selbst- und Fremdwahrnehmung in eins fließen und unschul-dig tischt er auf, wonach der Appetit ist. Als dem Folklorismus- VerdiktEntsagende sollten Ethnologen gelernt haben, damit umzugehen. Die Masseder Touristen kann es längst.
Dies ist in etwa das( eingestandenermaßen leicht verkürzte) Schema derdiesjährigen elften Tagung der in Allianz mit SIEF- Société Internationaled'Ethnologie et de Folklore stehenden Kommission für ethnologischeNahrungsforschung. Die Hauptakteure sind schnell benannt: enthusiasmier-
-