Jahrgang 
99 (1996) / N.S. 50
Seite
475
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

Band L/ 99, Wien 1996, 475-498

Chronik der Volkskunde

,, Land in Sicht? Ländlicher Raum im volkskundlichen Film"5. Arbeitstagung der Kommission für den volkskundlichen Film

Vom 7.10. bis 11.10.1996 fand die 5. Arbeitstagung für den volkskundlichenFilm in Wien statt, ausgerichtet von der Kommission für visuelle Anthropo-logie im Österreichischen Fachverband für Volkskunde in Zusammenarbeitmit dem Institut für Volkskunde der Universität Wien, dem ÖsterreichischenBundesinstitut für den wissenschaftlichen Film und dem Verein für Volks-kunde. Rund 60 Teilnehmer konnten der Tagungsleiter O. Bockhorn sowieF. Grieshofer und S. Hermann im Vortragssaal des Österreichischen Muse-ums für Volkskunde begrüßen. Mit dem Kurzbeitrag ,, Archives go Internet,einem gelungenen musikalischen Willkommensgruß, wies S. Hermann,Wien, auf Verwendungsmöglichkeiten von Archivmaterial im Internet hin.,, Welche Konsequenzen hat der Wandel des ländlichen Raumes für dievolkskundliche Filmarbeit?". Mit dieser Leitfrage gab der Kommissions-vorsitzende E. Ballhaus, Göttingen, eine kurze Einführung zum Thema'. Ineinem Rückblick ging der Referent kurz auf Defizite im volkskundlichenFilm ein und erwähnte, daß z.B. über die Arbeit mit der Dreschmaschinekein einziges umfassendes Filmdokument existiere. Lange Zeit wurden dievielschichtigen kulturellen Prozesse auf einen Gegenstand oder eine Hand-lung als kleinste nachvollziehbare ,, Wahrheit reduziert ,,, daß sie den Blickauf den dörflichen Alltag nicht freigeben, sondern vielmehr verstellen"( E.Ballhaus). Erst in jüngster Vergangenheit wurden auch der soziale Hinter-grund berücksichtigt und die durch den dörflichen Strukturwandel veränder-ten Lebensformen thematisiert. Das spezifisch Ländliche unserer Tage siehtE. Ballhaus z.B. in personalen Aktionsformen wie Vereinen, dem VerhältnisStadt Land, Jugendlichen, zwischen den Welten", Folklorismus, derSuche nach regionalen Identitäten, der Industrialisierung der Landwirtschaftund der Bezwingung der Natur. Man durfte gespannt sein auf die 18 Beiträgeim dreitägigen Tagungsprogramm, zu dem erstmals auch ein ,, studentischesFilmforum" gehörte.

Zunächst trug A. Döring, Bonn, anstelle der nicht anwesenden VerfasserJ. Carstensen, Detmold, und W. Dehnert, Marburg, eine geraffte Bilanz derFragebogen- Umfrage zum volkskundlich- kulturwissenschaftlichen Filmvor. Die hier präsentierten Erkenntnisse, etwa daß an 10 Universitätsinstitu-