Jahrgang 
99 (1996) / N.S. 50
Seite
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Chronik der Volkskunde

ÖZV L/ 99

Volksfrömmigkeit- Kontinuität und Wandel

Folk Religion- Continuity and Change

Zweites Symposium der SIEF- Kommission für Volksfrömmigkeitvom 20. bis 22. September 1996 in Chaves, Portugal

The second symposium of the SIEF Commission of Folk Religionfrom 20th to 22nd of September 1996 in Chaves, Portugal1989 wurde im Rahmen der Österreichischen Volkskundetagung in Grazzum Thema ,, Volksfrömmigkeit eine eigene SIEF- Kommission zu diesemForschungsbereich angeregt. Nur ein Jahr später konnte diese Kommissionwährend des Kongresses in Bergen( Norwegen) auch eingerichtet werden;mit der Leitung und Koordination wurde Anders Gustavsson( Uppsala)beauftragt.

Nach einer längeren Anlaufphase tagten die an diesem Thema Interessier-ten 1993 in Stockholm zum ersten Mal. Nils- Arvid Bringéus konnte bereitsein Jahr später den Tagungsband vorlegen( Religion in Everyday Life,Stockholm 1994).

Dem Wunsch nach einem dreijährigen Rhythmus folgend, war es 1996wieder so weit. Maria Santa Vieira Montez lud nach Portugal ein und zeichnetegemeinsam mit Anders Gustavsson für die Veranstaltung verantwortlich.

Der Tagungsort hatte wohl schon eine gewisse Anziehungskraft, wardoch ein historisches Landgut bei Chaves ausersehen worden, das zu einerTouristenherberge umgestaltet wurde. Die Quinta do Real erwies sich aller-dings als zu klein, um die 27 Teilnehmer aufzunehmen, weshalb etlicheKolleginnen in zwei weiteren Quintas untergebracht waren, was zwar zukleineren Transportproblemen führte, die jedoch mit großem Impro-visationstalent seitens der lokalen Organisatoren gemeistert werden konnten( Tagung in der Quinta do Real, gemeinsames Abendessen in der über 20 kmentfernten Quinta da Mata). Die in der Ausschreibung empfohlene Mitnah-me einer Badehose entpuppte sich allerdings als buchstäblicher Schlag insWasser, das in reichlichen Mengen vom portugiesischen Himmel fiel.

Diese Tatsache wirkte sich jedoch sicher förderlich auf die Anwesenheitder Teilnehmer bei den immerhin 27 Referaten aus. Ein Vortragsmarathon,der in nur zwei Tagen zu absolvieren war und dem zumindest fallweiseauszuweichen bei schönem Wetter in dieser herrlichen Umgebung wohl nurwenige widerstanden hätten.

Auffallend war zunächst die internationale Zusammensetzung der Veran-staltung. Mit 27 TeilnehmerInnen bewegte sich die Tagung in einer ange-nehmen Größenordnung für ein arbeitsfähiges Symposium. Bei dieser eherkleinen Gruppe waren aber immerhin 13 Staaten vertreten, was die Interna-tionalität auf diesem Forschungsgebiet unterstreicht: Deutschland, Estland,Finnland, Großbritannien, Irland, Norwegen, Österreich, Portugal, Rußland,