1996, Heft 4
Chronik der Volkskunde
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Die Internationale Volkskundliche Bibliographie( IVB)im Kontext aktueller wissenschaftlicher Diskurse
6. Tagung der SIEF- Kommission für die IVB,24. bis 27. September 1996, Amsterdam
Auf Einladung des P. J. Meertens- Instituut fand vom 24. bis 27. September1996 in Amsterdam die 6. Tagung der Arbeitsgruppe für die InternationaleVolkskundliche Bibliographie( bzw. der SIEF- Kommission für Biblio-graphie, Information und Dokumentation) statt. Zu diesem vom P. J. Meer-tens- Instituut, Amsterdam, und dem Nederlands Centrum voor Volkscultu-ur, Utrecht, großzügig finanzierten Arbeitstreffen kamen Mitarbeiterinnenund Mitarbeiter der IVB aus Chile, Deutschland, Finnland, Frankreich, denNiederlanden, Norwegen, Österreich, der Schweiz, der Slowakei und Tsche-chien zusammen. Eveline Doelman als Organisatorin hatte für eine überausherzliche Aufnahme und Bewirtung, für eine angenehme Arbeitsatmosphäreund mit der Exkursion ins Zuiderzeemuseum( Enkhuizen) und in die alteHandelsmetropole Hoorn für ein ebenso informatives wie kurzweiligesBegleitprogramm gesorgt. Die freundliche Einladung des Schriftstellers undLiteraturkritikers Arie van den Berg schließlich bot Gelegenheit, seinebedeutende Sammlung niederländischer populärer Druckgraphik und Bil-derbogen zu besichtigen. Für all dies sei herzlich gedankt.
Die Mitarbeiter des P. J. Meertens- Instituut nahmen nicht nur aktiv an derTagung teil, sondern gewährten den Kollegen durch einen Nachmittag deroffenen Türen auch einen umfassenden Einblick in die beeindruckendeArbeit der volkskundlichen Abteilung dieses Akademie- Instituts, die übereine umfangreiche Bibliothek sowie mehrere große Sammlungen und Da-tenbanken verfügt. Hatte Jaap van Marle, der Direktor des P. J. Meertens-Instituut, bereits in seiner Begrüßungsrede auf die Tatsache hingewiesen,daß die Volkskunde nicht als Hauptfach in den niederländischen Universi-täten vertreten ist, illustrierte Ton Dekker, der Leiter der volkskundlichenAbteilung, dies durch die Vorstellung seiner Mitarbeiter: Historiker, Liter-arhistoriker, Anthropologen, Musikologen betreiben hier wahrhaft interdis-ziplinäre Volkskunde. Ein Ordinariat für Volkskunde würde allerdings dar-über hinaus die Kontinuität des Faches sichern und seine Stellung innerhalbder Wissenschaften stärken.
Nachdem die Arbeitsgruppe sich auf ihren vorhergegangenen Tagungenmit der Aktualisierung der IVB- Systematik, der Stellung der IVB im Kon-text internationaler und nationaler volkskundlicher Bibliographien, der Pro-blematik eines Thesaurus der europäischen Ethnologie sowie dem SpektrumEDV- gestützter Informationsquellen für die Volkskunde und Ethnologieauseinandergesetzt hatte¹ und für 1996 bei ausreichender Nachfrage die erste