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Chronik der Volkskunde
ÖZV L/ 99
ches getanzt wird. Ethnizität und Multikulturalität sind nicht nur als Themender Tagung präsent, sie werden auch im täglichen Umgang teilweise sehraktiv gelebt. Daß das Dinner wie auch die Getränke beim Empfang von jederund jedem selbst bezahlt wird, könnte in Zeiten des Sparpaketes wohl auchbei uns bald Schule machen.
Burkhard Pöttler
Anmerkung
1 Vergleiche dazu: Regina Bendix, Amerikanische Folkloristik. Eine Einführung.Berlin 1995, S. 228- 233.
Roots and Rituals: Managing Ethnicity
SIEF Société International d'Ethnologie et de Folklore6. Internationaler Kongreß, Amsterdam, 20.- 26. April 1998
Einladung und Call for Papers
Der fünfte SIEF- Kongreß in Wien 1994 widmete sich der Ethnisierung vonKultur aus der Perspektive einer Ethnologia Europaea. Die AmsterdamerKonferenz 1998 wird diese in ihrer Aktualität noch gesteigerte Thematikpräziser fokussieren und dabei den gesellschaftlichen und wissenschaftli-chen Umgang mit Ethnisierungsprozessen in den Mittelpunkt stellen. Dazusollen auch Wissenschaftler angrenzender Disziplinen eingeladen werden.Unter dem Titel, Roots and Rituals: Managing Ethnicity' wird sich derKongreß auf Strategien konzentrieren, mit denen einzelne Gruppen sichdefinieren und sich von anderen mit kulturellen Argumenten abgrenzen unddabei Ethnizität auf unterschiedliche Weise handhaben.
, Managing Ethnicity' zielt auf den Prozeß der Identitätsbildung in derModerne, wie er auch in territorialer Abgrenzung seinen Ausdruck findet.Der Umgang mit Ethnizität dokumentiert sich zum einen in einem spezifi-schen Gruppenbewußtsein, das- oft als biologische Tatsache propagiert-als kulturelle Konstruktion interpretiert werden kann. Auf der anderen Seitespielt, Managing Ethnicity' aber auch auf Arbeitsfelder und Interessen vonEthnologen und ihren Organisationen an: In der Erforschung von Ethnisie-rungsstrategien werden sie oft zu Agenturen der Ethnizität und haben sichschon deshalb Rechenschaft über ihr Tun abzulegen. Immerhin wurden undwerden ethnische Symbole- auch die soziobiologisch gestützte Metaphervon den Wurzeln( roots) und die Erscheinungen der Volkskultur und Folk-lore- von Ethnologen konstruiert und wissenschaftlich autorisiert.
Bei der Konstruktion kultureller und ethnischer Identitäten sind Symbolevon großer Bedeutung. Die Geschichte, verstanden als eine kollektive Ver-