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Chronik der Volkskunde
Oskar Moser †( 1914- 1996)
ÖZV L/ 99
Den Verein für Volkskunde in Wien erreichte die schmerzliche Nachricht,daß sein Vizepräsident, Herr emer. Universitätsprofessor Dr. Oskar Moser,wirkl. Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Trägerdes Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse,der Großen goldenen Ehrenzeichen der Länder Steiermark und Kärnten, derGoldenen Medaille der Landeshauptstadt Klagenfurt, Inhaber der GeorgGraber- Medaille und der Haberlandt- Medaille des Vereins für Volkskundein Wien und vieler anderer Auszeichnungen am 28. Oktober 1996, wenigeMonate vor Vollendung seines 83. Lebensjahres, in Graz verstorben ist. SeinLebensinhalt war in hohem Maß die Wissenschaft, unsere Wissenschaft derVolkskunde. Am 20. Jänner 1914 in Sachsenburg( Kärnten) geboren, hat ervon 1933 bis 1938 an der Universität Graz seine Studien neben der Germa-nistik und Romanistik dem Fach Volkskunde gewidmet und dieses mit einerDissertation auf dem Gebiet der für diese Zeit bezeichnenden, deutschePhilologie und Volkskunde übergreifenden Volksschauspielforschung abge-schlossen. Die für sein ganzes Leben und wissenschaftliches Schaffenmaßgebende Bindung an seine Heimat Kärnten bestimmt seinen frühen,durch den Frontdienst während des Zweiten Weltkriegs verzögerten Berufs-weg: 1938 bis 1941 Wissenschaftliche Hilfskraft am Kärntner Landesmu-seum Klagenfurt, 1941 bis 1947 Universitätsassistent am Institut für Kärnt-ner Landesforschung an der Universität Graz, 1947 bis 1950 Professor ander Bundesgewerbeschule in Villach, 1950 bis 1961 BundesstaatlicherVolksbildungsreferent für Kärnten und gleichzeitig Lehrbeauftragter amInstitut für Volkskunde der Universität Graz. 1962 erfolgte seine Habilitati-on für das Fach Volkskunde an der Universität Graz. 1971 zum ordentlichenUniversitätsprofessor ernannt, wirkte er von 1972 bis zu seiner Emeritierungim Jahre 1984 als Vorstand des Instituts für Volkskunde an der UniversitätGraz.
Neben der Vielfalt seiner mit den verschiedenen Ämtern verbundenenfachlichen Berufstätigkeiten blieb Oskar Moser dem Kärntner Freilichtmu-seum Maria Saal, dessen Aufbau und wissenschaftliche Leitung er in denJahren 1960 bis 1972 übernommen hatte, besonders verbunden. Dorthin hater denn auch vorsorglich seine sehr bedeutende Fachbibliothek und seinengesamten wissenschaftlichen Nachlaß vermacht.
In seiner selbstlosen und nimmermüden persönlichen Einsatzbereitschaftfür die Volkskunde in Österreich und für ihre internationale Einbindung hatOskar Moser es niemals gescheut, an ihn herangetragene, zumeist ehrenamt-liche Funktionen anzunehmen: 1970 bis 1975 als Vorsitzender des Österrei-chischen Fachverbandes während einer nicht immer unbeschwerten Orien-tierungsphase; seit 1983 Vizepräsident des Vereins für Volkskunde in Wien,