Jahrgang 
99 (1996) / N.S. 50
Seite
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1996, Heft 4

Chronik der Volkskunde

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in welchem Zeitraum er die sehr verantwortungsvolle Aufgabe der General-sanierung und Neuorientierung des Österreichischen Museums für Volks-kunde mitgetragen hat. Darüber hinaus steht der Name von Oskar Moser seit1956 auf dem Titelblatt der, Österreichischen Zeitschrift für Volkskunde,deren engagiertester Mitarbeiter er bis in die letzten Lebenstage gebliebenist. Die volle Anerkennung seines wissenschaftlichen Wirkens erfuhr OskarMoser 1982 durch die Wahl zum korrespondierenden Mitglied und 1983zum wirklichen Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaf-ten, innerhalb welcher ihm nach dem Tod von Leopold Schmidt in demsel-ben Jahr die Funktion des Obmanns des Kuratoriums des Instituts fürGegenwartsvolkskunde übertragen wurde. Gemeinsam mit den Institutsan-gehörigen mußte er am Jahresende 1992 die Bitterkeit der Instituts-schließung im Zuge von Einschränkungen der Österreichischen Akademieder Wissenschaften erfahren.

Wir waren es gewohnt, Oskar Moser als einen Angehörigen der inÖsterreich bemerkenswert stark besetzten Generation der ,, Väter"- gleich-wohl nach uns ,, Söhnen und, Töchtern heute schon längst die ,, Enkel"im Fach am Werk sind ganz selbstverständlich unter uns zu wissen undjederzeit seinen Rat und Zuspruch zu erfahren. In der großen Stille, die ihnjetzt umgibt, gedenken wir in Dankbarkeit seiner Persönlichkeit, seinesLebens und Werkes. Requiescat in pace!

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Klaus Beitl

Ein persönlicher Abschied von Oskar Moser¹

Oskar Moser trat erst spät, im Alter von fast 58 Jahren, am 14.10.1971, alsordentlicher Professor für Volkskunde in die Karl- Franzens- UniversitätGraz ein. Er war jedoch unserer Alma Mater und besonders auch der GrazerVolkskunde zuvor schon seit Jahrzehnten verbunden. Von 1934 bis 1938studierte Oskar Moser in Graz Germanistik, Romanistik und Volkskunde.Nach einer kurzen Beschäftigung am damaligen, Kärntner Heimatmu-seum"( später Landesmuseum) war er ab 1943 als Universitätsassistent am,, Institut für Kärntner Landeskunde" an der Universität Graz tätig. BeideFunktionen waren zwischen 1939 und 1945 eher formaler als realer Natur,da er in diesen Jahren fast ohne Unterbrechung im Dienst der Wehrmachtstand.

Nach Kriegsende war Oskar Moser noch kurz als Mitarbeiter des Dialekt-forschers Univ.- Prof. Eberhard Kranzmayer am genannten Institut tätig, ehe er1947 in seine Kärntner Heimat zurückkehrte, um dort bis 1961 an den Bundes-gewerbeschulen in Villach und ab 1952 in Klagenfurt zu unterrichten.