Jahrgang 
104 (2001) / N.S. 55
Seite
44
Einzelbild herunterladen
 

44

Chronik der Volkskunde

12. Österreichischer Museumstag

2. bis 4. November 2000 in Dürnstein

ÖZV LV/ 104

,, Museen in Österreich ungebremste Vielfalt?Zur Situation und Entwicklung der österreichischenMuseumslandschaft unter besonderer Berücksichtigung derRegional- und Privatmuseen"

Der 12. Österreichische Museumstag wurde nach der Begrüßung durchWilfried Seipel( Präsident des Österreichischen Museumsbundes, General-direktor des Kunsthistorischen Museums) und Günther Demski( Präsidentvon ICOM- Österreich, Kunsthistorisches Museum) vom Niederösterreichi-schen Landesrat für Umwelt, Raumordnung und Finanzen eröffnet. Imfolgenden Impulsreferat ,, Wildwuchs oder 5- Jahresplan- Die Zukunft derösterreichischen Museen" stellte Georg Hanreich zu Beginn einige Mu-seumsneugründungen wie das Evangelische Museum in Rutzenmoos oderdas Papiermachermuseum in Laakirchen vor. Als Motive für Neugründun-gen nennt er

die Nutzung eines historischen Gebäudes,

die Erhaltung des Überkommenen,

die Erschließung der eigenen Geschichte,⚫die Dokumentation der Gegenwart,

die Präsentation der eigenen Sammlung,

eine Attraktion für Touristen sowie

eine gemeinschaftliche Aktion von Interessenten.Positive Argumente dafür sieht Hanreich in der Erarbeitung von Inhalten, inder Bedeutung des Museums als lokalem ,, Zentralort der geschichtlichenKultur und in der sozialen Funktion für jede Gemeinde sowie in der Aner-kennung der zahlreichen Sammler. Gegen die zahllosen Museumsneugrün-dungen spreche, dass es nicht genug motivierbare Besucher/ innen gebe, dasGeld der öffentlichen Hände nicht reiche, man keine neuen Museen brauche,dass die verschiedenen Inhalte bereits in anderen Museen behandelt werden,andere Kulturschwerpunkte wichtiger seien oder die entsprechenden Ein-richtungen touristisch nicht genutzt werden können bzw. zu wenig attraktivseien. Hanreich wirft nun die Frage auf, wer diesen Boom steuern solle: dieLänder durch entsprechende Museumskonzepte( wie beispielsweise dasLand Oberösterreich), der Bund durch gezielte Subventionsvergabe, dieMuseumsfachwelt( z.B. ICOM), die Museumsverbände wie die IG Muse-en/ Niederösterreich oder MUSIS/ Steiermark? Oder sollte überhaupt keineSteuerung, sondern ,, nur Beratung angeboten werden? Steuerungsmöglich-keiten des Bundes sieht er in der Schaffung einer zentralen Informationsstel-