Jahrgang 
104 (2001) / N.S. 55
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2001, Heft 1

Literatur der Volkskunde

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reich. Verweise dieser Art werden hier freilich nicht explizit gezogen odergar ausgesprochen, solche Schlüsse haben die Leserinnen und Leser selbstzu ziehen. Wenn überrascht, wie locker und selbstverständlich die Konstru-iertheit des Nationalen vorausgesetzt wird, so bleibt als bemerkenswertfestzuhalten, daß sich der Ausgangspunkt des Tagungsbandes jenem allzuglatten Konstruktivismus widersetzt, der voraussetzungslos die Konstruier-barkeit der nationalen Bilder in der Moderne behauptet.

Konrad Köstlin

Anmerkung

1 In ähnlich symbolischer Gestik wurde vor kurzem an der Wiener Universität die,, Geisteswissenschaftliche Fakultät" in ,, Geistes- und KulturwissenschaftlicheFakultät umbenannt. Was die kulturwissenschaftliche Grundierung aller ihrerDisziplinen anlangt, hatte ja schon Jacob Grimm in den gedruckten Verhandlun-gen der ersten Germanistenversammlung in der Frankfurter Paulskirche 1846 dasMuster vorgegeben. Er hatte Juristen, Historiker und Philologen als Germanistenangesprochen. Er schrieb ,, von dem neuen Namen Germanisten welcher imBegriff steht, uns allen zu gebühren( Verhandlungen, S. 103 f.).

HAID, Gerlinde, Ursula HEMETEK und Rudolf PIETSCH( Hg.): Volks-musik- Wandel und Deutung: Festschrift Walter Deutsch zum 75. Geburts-tag. Wien, Köln, Weimar, Böhlau, 2000(= Schriften zur Volksmusik, 19),630 Seiten, Illustr., mit Notenbeisp. und 1 CD.

Nach den beiden Festgaben zum 60. Geburtstag- Sonderband der Schriftenzur Volksmusik( Wien 1983) und Jahrbuch des Österreichischen Volks-liedwerkes, 32/33( 1984) sowie dem CD- Doppelpack Tondokumente zurVolksmusik in Österreich, vol. 1, vol. 2( RST Records 91557-2, 91558–2.Wien 1993) zum 70. Geburtstag wurde Walter Deutsch nun zum 75. Geburts-tag eine nicht nur physisch, sondern auch sonst gewichtige Festschriftgewidmet. Sie erscheint zwar mit zweijähriger Verspätung, wodurch abergleichzeitig eines weiteren, mit Walter Deutsch eng verbundenen Ereignis-ses gedacht werden kann, nämlich der Gründung des Instituts für Volksmu-sikforschung der Universität( vormals Hochschule) für Musik und Darstel-lende Kunst in Wien durch den Jubilar vor 35 Jahren.

Die 39, auf vier Abschnitte( Grundsätzliches, Minderheiten, Geschichteund Gegenwart, Schwerpunkt Wien) aufgeteilten Beiträge behandeln eineFülle von Themen und folgen zum einen dem auf die traditionellen Formender ländlichen Musik und deren Verschränkung mit der bürgerlichen Musik-