Jahrgang 
104 (2001) / N.S. 55
Seite
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2001, Heft 1

Literatur der Volkskunde

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,, Slavónia ,,, slovenski jezik ,,, bosniak, šator usw., die sich gerade zurZeit des türkischen Einflusses in Kroatien und andernorts in Europa einbür-gerten.

In einem gesonderten Teil des Buches beschreibt der Autor die Zeit dernationalen Wiedergeburt, als in Kroatien ähnlich wie bei den anderen slawi-schen Völkern die Idee des slawistischen Studiums- als Grundvorausset-zung für die Suche nach der Identität des Volkes in den Vordergrund rückteund als die ersten Institutionen entstanden: ,, Matica Ilirska etwa und ihreZeitschrift ,, Kolo". In dem anschließenden Textteil beleuchtet der AutorProzesse, die in Kroatien zur modernen wissenschaftlichen Forschung ge-führt haben, wobei er die große Bedeutung der Entstehung und Existenz derersten Akademie- ,, Jugoslovenska akadamija znanosti i umjetnosti( 1836-1867) hervorhebt: Mit dem frühen Zeitpunkt der Gründung ist das hohekulturelle Niveau der Kroaten belegt.

Ein weiterer Teil des Buches ist der Formierung der Ethnologie als eigenerWissensdisziplin, ist deren Theorien, bedeutenden Repräsentanten und In-stitutionen in Kroatien gewidmet, die zur Konstituierung des Faches imRahmen der Humanwissenschaften im Jahr 1930 geführt haben.

Der letzte Teil des Buches informiert die Leser über die wissenschaftli-chen Akzente und Ergebnisse der Arbeit der kroatischen Ethnologen im20. Jahrhundert, die, ähnlich wie die geschichtliche Entwicklung des Lan-des, viele Peripetien durchlaufen haben: über die Durchsetzung der Idee des,, juhuslovanstva, über den faschistisch ausgerichteten kroatischen Natio-nalismus während des Zweiten Weltkrieges, bis hin zur heutigen Suche nachder Identität des neuen Staatsgebildes, das nach dem ethnischen Konflikt aufdem Balkan und nach dem Zerfall Jugoslawiens am 18.5. 1991 entstandenist.

Gabriela Kilianova

FERNÁNDEZ MONTES, Matilde( Koord.): Etnología de las Comuni-dades Autónomas( Ethnologie der autonomen Provinzen). Madrid, Edicio-nes Doce Calles, 1996(= Consejo Superior de Investigaciones Científicas,Instituto de Filología. Departamento de Antropología de España y America),639 Seiten, s/ w- und Farbabb.

Der Band, welcher unter Beteiligung von siebzehn Autoren zustande kam,ist aufgrund der hier enthaltenen ethnologischen Studien über Spanien alsGrundlagentext einzuordnen. Seit der Verabschiedung der spanischen Kon-stitution im Jahre 1978 ist der spanische Staat in siebzehn autonome Provin-