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Literatur der Volkskunde
ÖZV LV/ 104
waren, wenn sie auf fast jeden Aussichtsberg Zahnrad- oder Standseilbahnengebaut haben, ob sie besonders eisenbahn- und technikfreundlich waren oderob Bahnen bereits damals- so wie heute mehrheitlich- als ein Verkehrsmit-tel betrachtet wurden, das sich relativ problemlos in die Naturlandschafteinfügt oder unter Umständen sogar als Bereicherung derselben empfundenwird, wie es in Österreich etwa bei der Semmeringbahn der Fall ist, die heutezum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.
Sollte das Buch eine zweite Auflage erleben, wäre es sinnvoll, genauereKartenausschnitte als die vorhandenen aus den drei näher behandeltenRegionen beizufügen, in denen dann auch die Bahnlinien(!) eingezeichnetsind. Gleichzeitig könnten einige Mißstände im Layout beseitigt werden,etwa die Ersetzung des Trennstriches(-) durch den Gedankenstrich(-) beiEinschüben und ähnlichem; die Vergrößerung der Seitenzahl( 10er Schrift)auf Schriftgröße( 12er Schrift); die Ersetzung der völlig unüblichen ameri-kanischen Zollzeichen("...") durch die französische An- und Abführung(>>...<<) oder zumindest durch Gänsefüßchen( ,,..."); teilweise findet sogareine Vermischung von Zollzeichen und Gänsefüßchen statt( S. 175–190).Außerdem könnte der Abstand zwischen Text und Fußnotentext vereinheit-licht und darauf geachtet werden, daß auf gegenüberliegenden Seiten die-selbe Anzahl an Zeilen gewahrt wird( S. 192 f.). Das ist keine Kleinlichkeits-krämerei, sondern gehört zu den Standardanforderungen an das Layout inprofessionellen Publikationen.
Bernd Rieken
ALCANTUD, José A. González u. Carmelo Lisón TOLOSANA( Hg.): ElAire. Mitos, ritos y realidades. Granada, Anthropos Editorial, 1999, 422Seiten, s/ w- Abb.
Der hier besprochene Band ist Ergebnis eines internationalen Kolloquiums,das zum obengenannten Thema im Jahre 1997 in Granada veranstaltetwurde. Es bildete den Abschluss eines Zyklus, der- veranstaltet vom Centrode Investigación Etnológicas ,, Ángel Ganivet"- jeweils einer der vierNaturgewalten gewidmet war. Dabei näherte man sich dem Thema Luft indiversen Facetten, hier in fünf thematischen Schwerpunkten. Die Beiträgebehandelten die Bereiche ,, Mythische Ströme“,„, Fliegen“ ,,, Der Hauch dermodernen Identitäten“ ,,, Anthropologische Lüfte“ und„, Meteorologien“.Wie auch schon bei den drei vorangegangenen Kolloquien lag bei derAuswahl der Referenten das Augenmerk auf Interdisziplinarität, eine Stra-tegie, die sich, wie schon zuvor vor allem im Band ,, Erde. Mythen, Ritenund Realitäten", als sehr fruchtbar erwies.