Jahrgang 
104 (2001) / N.S. 55
Seite
185
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

Band LV/ 104, Wien 2001, 185–190

Chronik der Volkskunde

Arbeitstagung ,, Born in Europe"

im Museum Europäischer Kulturen in Berlin- Dahlemund im Heimatmuseum Berlin- Neukölln,

14. und 15. Dezember 2000

Die Tagung wurde durch Grußworte von Prof. Dr. Peter- Klaus Schuster,Generalsekretär der Staatlichen Museen zu Berlin- Stiftung PreußischerKulturbesitz, Dr.Hans- Martin Hinz, Staatssekretär der Senatsverwaltung fürWissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Berlin, Prof. Dr. WolfgangKaschuba, Direktor des Instituts für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität und Prof. Dr. Konrad Vanja, Direktor des Museums Europäi-scher Kulturen- SMPK eröffnet.

Darauf stellten Udo Gößwald und Henrick Stahr vom HeimatmuseumNeukölln das Ausstellungskonzept der für 2003 in Berlin geplantenGroßausstellung Born in Europe vor. Dem Anspruch des Projekts ent-spricht dessen Doppelcharakter, der zwei miteinander zu verschränkendeAusstellungsteile vorsieht: 1. Aspekte einer Geburtskultur in Europa und2. Europäische Identitäten. Die freie Kuratorin Nicola Lepp versuchte inihrer Darstellung die Entwicklung einer Gesamtstruktur zu skizzieren, dieden beiden angesprochenen Themenkomplexen- Geburtskultur und Iden-tität- übergeordnet ist. Sie schlug dafür die Metapher des Hauses vor,einerseits die Geburtshäuser von bekannten Persönlichkeiten, weiters diemodernen Geburtshäuser als Orte für eine neue Form des natürlichen Gebä-rens und drittens das ,, Haus Europa" als Chiffre für eine gesamteuropäischeIdentität.

Anschließend stellten die Berichterstatterin und Dorothea Rüb das fürWien im Österreichischen Museum für Volkskunde 2002 geplante Ausstel-lungsprojekt ,, Neu geboren vor. Es geht von einem zeitgenössischen Um-gang mit dem Thema aus, der die historischen Dimensionen aber stetsmitdenkt und einmal in mikroskopischen, dann wieder in makroskopi-schen Schnitten auch sichtbar werden läßt. Im Mittelpunkt steht zwar diekulturwissenschaftliche Betrachtung, aber die unterschiedlichen diszi-plinären Zugänge, der medizinische, der psychologische, der sozialan-thropologische und besonders der künstlerische Blick werden in sublimerWeise mitlaufen.