2001, Heft 3
Literatur der Volkskunde
347
gen hat. Gesonderte Abhandlungen zu den„ Rändern der Philosophie"( Elisabeth List) und zu den ,, Standpunkten der Soziologie"( Gerhard Stroh-meier) ergänzen nicht nur die Thematik dieses Kapitels, sondern verweisenauch relativ häufig auf lebensgeschichtliche Entwürfe vor allem französi-scher Historiker der Annales- Schule hinsichtlich der kulturanthropologi-schen Profilierung ihres Faches: Philippe Ariès, Pierre Bourdieu, RoyerChartier, Pierre Vora, Michel Foucault, Georges Duby, Jacques Le Goff u.a.,aber ebenso Clifford Geertz, Wolfgang Kaschuba, das Tübinger Institut fürempirische Kulturwissenschaft, Alf Lüdtke, Hans Medik, Otto- GerhardOexle, und Hans Ulrich Wehler.
-
Gesellschaft
-
Nach einer Art allgemeiner Ergänzung( und einer theoretischen, biswei-len theoretisierenden Zusammenfassung) durch drei Beiträge im Kapitel,, MenschWissenschaft: Thematische Annäherungen“( S. 171-241) von Karl Ille, Ingomar Weiler und Bernhard Rathmayr schließtGert Dressel, einer der Aktivsten des IFF, mit einem ,, Epilog" ab( S. 245-271).
Für ihn sind ,, Wissenschaft und Gesellschaft keine Gegensätze“( S. 270)wie auch ,, historisch- anthropologisches Wissen immer als gesellschaftli-ches Wissen zu begreifen ist"( ebda.). Darüber hinaus sollen die vom IFFangestellten Interviews mit ZeitzeugInnen zu Forschungsthemen, zu wis-senschaftsgeschichtlichen Erörterungen u.ä. zeigen ,,, wie sich spezifischegesellschaftliche Strukturen und Ereignisse jeweils biographisch vermittelthaben und inwiefern sie darüber auch die historisch- anthropologische Wis-senschaftspraxis strukturieren“( S. 268). Dies aber sei- und dem möchteder Rezensent ausdrücklich zustimmen- ,, eine Grundvoraussetzung dafür,dass sich die Struktur wie auch die Inhalte von Wissenschaften und nichtnur solche der eigenen- mehr demokratisieren“( S. 271).Wo und in welcher Forschungs- und universitären Lehreinrichtungaußer dem IFF- wird ein solches Paradigma wohl noch so umgesetzt undpraktiziert?
―
-
Wolfgang Jacobeit
BENEDIKTER, Roland( Hg.): Postmaterialismus. Bd. 3: Die Arbeit(=Passagen Ökonomie). Wien, Passagen Verlag, 2001, 141 Seiten.
,, Die Veränderung von Begriff und Selbstbewußtsein von Arbeit unter demSignum ihres Verschwindens im Zeitalter von Technisierung, Virtualisie-rung und Rationalisierung"- das ist, so der einführende Kurztext, Themadieses Bandes. Die zentrale( und einigermaßen idealistische) Perspektive