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Literatur der Volkskunde
ÖZV LV/ 104
len Altenkultur heraus. Und sie sorgt sich wegen fehlender Alternativen nachder Einstellung dieser Fahrten; ohne den stützenden Duty- Free- Verkaufmüssten die Fahrpreise angehoben werden( von drei bis fünf auf ca. 30 DM)und wären damit für das Gros der ButterfahrerInnen nicht mehr zu bezahlen.Nikola Langreiter
OTTENBACHER, Albert: Eugenie Goldstern. Eine Biographie. Wien,Mandelbaum Verlag, 1999, 139 Seiten, Abb.
,, Spräche man ausführlicher vom Verhältnis Volkskunde und Faschismus inÖsterreich( wo noch viel aufzuarbeiten ist), wäre vor allem zunächst der hierfreilich nur wenigen Opfer zu gedenken, etwa Eugenie Goldsterns." DieseBemerkung Helmut P. Fielhauers anno 1984( ,, Volkskunde als demokrati-sche Kulturgeschichtsschreibung") ist neben etwa den knappen, wenn-gleich durchaus respektvollen Erwähnungen in Leopold Schmidts einschlä-gigen Fachgeschichten oder der Präsentation ausgewählter Stücke ihrerSammlung anlässlich der 1968 vom Österreichischen Museum für Volks-kunde auf Schloss Gobelsburg veranstalteten Sonderausstellung ,, Französi-sche Volkskunst"- einer der wenigen Hinweise auf eine Forscherin, die mitihrer 1922 erschienenen Studie über die savoyische HochgebirgsgemeindeBessans immerhin( wenn auch in der Intention gewissermaßen en passant)eine der ersten ortsmonographischen Untersuchungen hierzulande vorgelegthat. Freilich ist seitdem und in den letzten anderthalb Jahrzehnten rechtemsig über die ideologisch- politischen Verstrickungen und Sündenfälle( auch) der österreichischen Volkskunde gearbeitet worden und bei allenVerdiensten seines Büchleins hat damit der Münchner Kunstpädagoge undFilmemacher Albert Ottenbacher in der Darstellung der Beziehungen deruniversitären Wissenschaften zum Nationalsozialismus keineswegs( wieHubertus Czernin in seinem Vorwort schreibt) ,, einen Anfang gemacht“.Was allerdings wie zu Zeiten Fielhauers und nach wie vor gilt, ist, dass manbei aller einschlägigen Aufarbeitungsaktivität kaum der ,, freilich nur weni-gen Opfer", sondern eher der Täter gedacht hat. Die waren und sind auchzweifellos leichter zu finden- vor allem wenn ihre Person und ihr Wirkenbereits derart gründlich ins fachgeschichtliche Visier genommen worden ist,wie das beispielsweise bei Richard Wolfram der Fall ist, dessen ,, etwasanderer Lebenslauf im Anhang der Goldstern- Biographie schlaglichtartigvorgestellt wird. Und dieser ,, Lebenslauf" erweist sich denn auch als etwaserratischer Abschnitt und Schluss des besprochenen Buches- und vermagzudem, ungeachtet einiger Archivfunde, kaum wesentlich mehr als eben die
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