2001, Heft 3
Literatur der Volkskunde
369
dem Westpark Sossenheim und Lindenviertel am Rande Frankfurts illus-triert wird.
Der vierte und letzte Teil widmet sich den( nicht ganz) neuen Tendenzender Stadtentwicklungsplanung, die vom Bemühen um Bürgerbeteiligungs-verfahren gekennzeichnet sind( Günther Schlusche). Klaus Englert plädiertanschließend dafür, die Stadt als Netzwerk zu verstehen. Und die letztenbeiden Beiträge beschäftigen sich mit neuen Bautypen für die kompakteStadt. Dabei wird dem Bauen im Block wieder eine neue Bedeutung zuge-schrieben( Bernhard Schneider), gleichzeitig entstehen aber auch ganz neueFormen, wie das Urban Entertainment Center, kurz UEC. Exemplarischdafür werden groß angelegte Projekte der Stadt Frankfurt, wie das Europa-viertel am ehemaligen Bahnhofsgelände und die Airport City, vorgestellt.Sabine Gruber
KOLMER, Lothar, Christian ROHR( Hg.): Mahl und Repräsentation.Der Kult ums Essen. Beiträge des internationalen Symposions in Salzburg,29. April bis 1. Mai 1999. Paderborn, Ferdinand Schöningh, 2000, 288Seiten, 32 Abbildungen.
Das Essen erfreut sich im letzten Jahrzehnt einer kleinen Hochkonjunkturinnerhalb der Sozial- und Kulturwissenschaften. Zu Recht, müsste mananfügen, ist ,, Ernährung“ doch für das Dasein physiologisch unabdingbar,und ist ,, Speisen" nebst der Sprache eines der komplexesten Kommunikati-onssysteme menschlicher Kulturen. Der kommunikative Rahmen wird dennauch in einer kurzen Einleitung von Peter Mittermayr abgesteckt, der dazuanregt, ausgehend von den vorliegenden, vornehmlich historischen ArbeitenFragen an die Gegenwart zu richten: Gibt es noch gesellschaftlichverbindende Repräsentationsformen des Mahles, die ,, über den Funktiona-lismus hinaus neue musische und moralisch- ethische Dimensionen eröff-nen?[...] Das Mahl als Kommunikationsrahmen der Gegenwart bedarf neuerritualisierbarer Verhaltensweisen, die den Selbstbildern der gegenwärtigenGesellschaft ensprechen“( S. 10; es sei hier angemerkt, dass ethnographi-sche Fallstudien solche Verhaltensweisen in der Gegenwart durchaus bele-gen, wobei die zugrundeliegende Moral oft des religiösen Fundamentesentbehrt, das die hier besprochenen Epochen und Lokalitäten formte).
Der Band versammelt sodann 21 Fallstudien über die verschiedenstenRepräsentations- und Diskursformen rund um das Essen, verfasst von Hi-storikern, Philologen, Theologen und Volkskundlern, und wird durch einausführliches Schlusswort von Margot Schindler abgerundet, die diese