2001, Heft 3
Literatur der Volkskunde
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DEFTERAIOS, Angelos N.: Το Ψωμί στα έθιμα των Ελλήνων. Ησυμβολική και μαγική χρήση του από τους Νεοέλληνες[ Das Brot imBrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum der Griechen. Symbolischer und magischer Gebrauch bei denNeugriechen]. Athen, Legato, 2000, 264 Seiten, mehrere Abb. und Musi-knoten, ISBN 960-86774-0-8.
Der ehemalige Direktor des Laographischen Archivs der Akademie Athenhat seine einstige Dissertation( ,, Das Brot bei den Geburts- und Sterbebräu-chen", Athen 1978), um zwei Kapitel erweitert( Das Brot bei der Hochzeit,das Brot als Gabe) und sprachlich geglättet( statt der Reinsprache wird nundie Volkssprache bevorzugt) wiederherausgegeben. Diese materialreicheMonographie hatte damals die Aufmerksamkeit von Leopold Kretzenbacherauf sich gezogen( L. Kretzenbacher ,,, Heiliges Brot und Heilbrot. Gedankenzu einer neugriechischen Brotmonographie“, Münchener Zeitschrift fürBalkankunde IV, 1984, S. 1–7), nachdem sie von mir angezeigt und bespro-chen worden war( ÖZV XXIV/ 83, 1980, S. 216 f, SAV 76, 1980, S. 353).Tatsächlich ist der rituelle Brotgebrauch in der Volkskultur von einer er-staunlichen Vielfalt, die nicht nur christliche Hintergründe hat( Gebildbroteals Menschenersatz usw.). Der gefällig aufgemachte Band, der allerdingsmit mehr Bildmaterial hätte versehen werden können, wendet sich an einebreitere Leserschicht, ohne jedoch die Ausführlichkeit der Quellennachwei-se zu reduzieren. Es geht vorwiegend um eine Materialsammlung, die jedochdie unglaubliche Vielfalt der Symbolvernetzungen rund um das Brot an-schaulich demonstriert.
Das erste Kapitel behandelt die Brotverwendung bei der Hochzeit( S. 19–34): Weizensammeln und Weizenmahlen für die Hochzeitsbrote, Mehlsie-ben, Teigherstellung, das Formen der Brote. All dies geschieht mit Musik-begleitung und Gesang. Das zweite Kapitel geht auf die Brotverwendungbei der Geburt ein( S. 35-135); die Unterkapitel behandeln Sterilität undihre Heilung, die Schwangere und die Schwangerschaft, Geburt und die Fristder 40 Tage, das Neugeborene, Brustgeben und Muttermilch, der Besuch derMoiren und die Schicksalszuteilung, die ersten Schritte, der erste Zahn, dieersten Worte, das heiße Brot( Dämonenabwehr), nach der 40- Tage- Frist,nach dem ersten Jahr. Das dritte Kapitel befasst sich mit den Sterbebräuchen( S. 136-210): Brot als Todesvorhersage, am Tag des Ablebens, Brot beimToten nach dem Verscheiden, beim Wickeln in die Totenbinden, bei derTotenwache, im oder auf dem Grab, nach dem Begräbnis auf dem Friedhof,im Hause des Toten, bei der Exhumierung der Gebeine, bei den Gedenkmes-sen, an den Seelen- Samstagen( psychosabbata) und anderen Festen. Es folgtnoch das vierte Kapitel über Brot als Gabe in den gesellschaftlichen Bezie-hungen der Griechen( S. 211 ff) sowie die Bibliographie( S. 225 ff) und ein