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Literatur der Volkskunde
ÖZV LV/ 104
Generalindex( S. 243 ff). Der Herausgeber hält ausdrücklich fest, dass sichdie Ausgabe an eine breitere Leserschaft wende, und betont die Bedeutungderartiger Arbeiten in den Tagen der Globalisierung.
Walter Puchner
ALEXIADIS, Minas A.( ed.): кάρлαеоç кαɩ Aαoypaqía[ Die InselKarpathos und die Volkskunde]. Athen, Edition des Eparchen von Karpa-thos, 1998-2000[ 2001], 264 Seiten, 35 Abb. auf Taf. und im Text, Musik-noten, ISBN 960-86770-0-9.
Der Kongressaktenband des ersten Kongresses für die Volkskunde der InselKarpathos vom 26.- 27. März 1994 hat lange auf sich warten lassen, entschä-digt allerdings durch seine sympathische Aufmachung mit allen Grußbot-schaften, dem detaillierten Kongressablauf und der Dokumentation allerDiskussionen. Den Reigen der Vorträge führt Minas Alexiadis selbst an,indem er einen Überblick über die volkskundliche Forschung über dielanggestreckte Dodekanes- Insel zwischen Rhodos und Kreta von 1948 bis1995 gibt( S. 37-61). Wegen ihrer isolierten Lage, dem Inseldialekt mitvielen Archaismen und ihrer eigentümlichen Musikkultur ist die Insel frühschon zu einem beliebten Forschungsobjekt geworden und heute nochGegenstand vieler kulturanthropologischer Arbeiten. Der Musikwissen-schaftler Georgios Amargianakis berichtet über eine musikvolkskundlicheExkursion 1970 auf die Insel( S. 63–69), Aristoteles Vrellis, Musikwissen-schaftler an der Universität Ioannina über die Zweizeiler und ihre Musik inden Aufzeichnungen von Samuel Baud- Bovy aus der Zwischenkriegszeit( S. 71-90, vgl. jetzt R. M. Brandl/ D. Reinsch, Die Volksmusik der InselKarpathos. Die Lyramusik auf Karpathos. Eine Studie zum Problem vonKonstanz und Variabilität instrumentaler Volksmusik am Beispiel einergriechischen Insel 1931–1981. Göttingen 1992). Stefan Imellos beschäftigtsich mit Notariatsakten als Quellen der traditionellen Materialkultur derInsel( S. 91–101), über die Sing- und Festkultur im isolierten BergdorfOlympos im Norden der Insel berichtet Pavlos Kavuras( 103-123, vgl. seineDissertation ,, Glendi and Xenitia: the Poetics of Exile in Rural Greece( Olympos, Karpathos)", New York, New School for Social Research 1990).Maria Kritsioti untersucht die Struktur und Funktion der Tänze von Karpa-thos( S. 125-140), Vasilis Kyrkos die philosophischen Hintergründe derkarpathiotischen Sprichwörter( S. 141-147). Der Professor für Ethnomusi-kologie Lambros Liavas analysiert die Lyraformen der Insel( S. 149–156),Konstantinos Melas die Lokalzeitungen der Karpathioten in Athen, Piräus