Jahrgang 
104 (2001) / N.S. 55
Seite
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2001, Heft 4

Chronik der Volkskunde

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Damit stand zwangsläufig einmal mehr die Frage nach Neuerungenin der Kongressstruktur zur Diskussion. Den monierten Defiziten soll durchstärkere Moderation in den offenen Sektionen, durch deutlichere Profilie-rung der Forschungssektionen und durch die ergänzende Einführung orga-nisierter Panels begegnet werden. Die da und dort zu hörenden Zweifel, obangesichts der unterschiedlichen Entwicklungen, die das Fach in jüngererVergangenheit genommen hat, eine sinnvolle Auseinandersetzung mit Be-griffen, Positionen und Zugängen überhaupt noch möglich sei, rechtfertigenfreilich die Aufgabe des Kongresses als offene und integrierende Plattformnoch lange nicht. In diesem Sinne ist auch eine Einladung zu sehen, dieWolfgang Kaschuba im Namen des Instituts für Europäische Ethnologie ander Humboldt- Universität zu Berlin für 2003 nach Berlin ausgesprochen hat.Bernhard Tschofen

Museum und Neue Medien

13. Österreichischer Museumstag in Linz/vom 4. bis 6. Oktober 2001

Die Themenwahl für den 13. Österreichischen Museumstag war wohl nichtnur durch die Aktualität der Diskussionen über den Einsatz neuer Medienin den Museen bestimmt, sondern auch durch die Tatsache, daß der Tagungs-ort Linz mit dem Ars Electronica Center über eine kompetente musealeEinrichtung zu diesem Themenkomplex verfügt. Während die neuen Medi-en in den klassischen Museen ihre Anwendungsbereiche hauptsächlich inder digitalen Erfassung und Archivierung musealer Sammlungsbestände, imEinsatz digitaler Medien für die Vermittlung und Präsentation von Ausstel-lungsinhalten sowie dem eigenen Internetauftritt sehen, ist im Ars Electro-nica Center das Medium selbst die Botschaft, und zwar mit einem Spektrumvom Arbeitsinstrument bis zum Kunstobjekt.

Das Programm des Haupttages, der erstmals in Workshops gegliedert war,die einen praxisorientierten Zugang zu den einzelnen Programmgruppenermöglichten, war von Vorträgen im Plenum flankiert. Die beiden Eröff-nungsbeiträge gerieten dabei nicht sehr überzeugend. Im Fall des Philoso-phen und Wissenschaftstheoretikers Gerhard Fröhlich lag dies weniger amInhalt des Dargebotenen als an rhetorischen Mängeln. Dem routiniert vor-tragenden Vertreter der Wirtschaft aus dem Computerbereich, Franz Janda,gelang es hingegen nicht, die inhaltliche Brücke vom IT- Business zurpotentiellen Marketing- Anwendung im Museumsbereich zu schlagen.