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Literatur der Volkskunde
ÖZV LV/ 104
ziehen sich an. Über Dingpopulationen in komplementären Umwelten“. Erweist uns mit seinem Fazit eine Perspektive, über die noch nachzudenkensein wird: ,, Für eine Volkskunde, die sich mit der Verräumlichung vonKultur beschäftigt, bedarf es deswegen intensiver vergleichender Wirklich-keits- Beschreibungen aus unterschiedlichen Perspektiven heraus. Dazuzählt, ganz zentral, die qualitative Dokumentation der materiellen Umweltsowie die Analyse der damit verbundenen, konkreten, kollektiven Leitbil-der.“( S. 209) In der dokumentierten Diskussion dann präzisierte der Refe-rent: die Kulturlandschaft nach altem Verständnis löse sich auf, dennochgäben die Handlungsspielräume und die wertenden Bedeutungsbeleihungender Akteure den räumlichen Grenzen neuen Sinn.
Ariane Weidlich beschließt den gut bebilderten und sicher länger gültigbleibenden Band mit einem Referat zum ,, Kontrast als Programm. ZweiPräsentationsmodelle im Freilichtmuseum Glentleiten". Leider weist dasBuch kein Sach- und Namensregister auf – was die Empfehlung aber nichtschmälert: Lesen Sie die Beiträge dieser Tagung!
Andreas Kuntz
HARTMANN, Hans Albrecht, Rolf HAUBL( Hg.): Von Dingen undMenschen. Funktion und Bedeutung materieller Kultur. Wiesbaden, West-deutscher Verlag, 2000, 286 Seiten.
Zehn sehr unterschiedliche Aufsätze zu Dingen sind hier zusammengefasst:Es geht um Sammelobjekte( Haubl), die Lederhose als Emblem( Brock-haus), den automobilen Statusgewinn( Schönhammer), um das Gehäuse,, Auto und Haus“( Hartmann), weiter um das Büro( Neuberger), das Fern-sehen( Reichertz), den PC( Schachtner). Schließlich handelt das Buch vomvoll computerisierten Menschen( Handschuh- Heiß) und von Kunstobjekten( Hartmann) sowie vom Objektbereich Bücher( Hartmann).
Die Texte sind von höchst unterschiedlicher Qualität, manche sind lite-rarisch, ja wirken wie künstlerische Prosa( Bücher), manche sind verschlun-gen aufgebaut und mit einer Kunstsprache aufgebauscht. Die meisten aller-dings sind eloquent und verzichten dafür gerne auf Stringenz.
Rolf Haubl bedient sich der Volkskunde( Brednich, Jeggle, Röhrich,Köstlin u.a.) in seinem Beitrag über die Sammlersachen, wobei er besondersvon sakraler und profaner Dingbeziehung handelt. Wie in manch anderemBeitrag, so hat man auch hier den Eindruck, der Text sei durch die Verarbei-tung von Texten anderer gegliedert worden.