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Literatur der Volkskunde
ÖZV LV/ 104
umfangreiche Bibliographie( S. 275 ff). New Anthropology ohne die Stel-zen des Postmodernismus.
Walter Puchner
VARVUNIS, M. G.: Mɩкpá λαoypaçıкά[ Kleine Miszellen zur Volks-kunde]. Athen, Papazisis, 2000, 420 Seiten.
Verstreut Veröffentlichtes in Sammelbänden zu publizieren, damit es für dieFachwelt und die interessierte Leserschaft leichter zugänglich wird, ist inder griechischen Wissenschaftsszene ein weitverbreiteter Brauch. Dieshängt einerseits mit den geringeren Druckkosten zusammen, andererseitsmit der weit verzweigten und ausdifferenzierten mannigfaltigen Verlags-landschaft, die auch sehr spezifischen Nachfragewünschen und Angebots-möglichkeiten Rechnung tragen kann wie kaum anderswo, so daß dieWiederveröffentlichung von Kleinem und Verstecktem, auch und gerade inder Volkskunde, kein großartiges Problem darstellt. Davon hat ManolisVarvunis, Nachwuchsvolkskundler an der Thrakischen Universität in Ko-motini, der in diesen Spalten nicht mehr vorgestellt zu werden braucht,mehrfach profitiert. Die Funktion von Paralipomena hat auch der vorliegen-de Band, dessen Inhalt in einer räumlich beschränkten Buchanzeige wohlnicht viel mehr als die Titel umfassen kann. Aber schon das allein zeigt dieReichweite der Fragestellungen. Die Fülle der Artikel ist in sechs Hauptka-piteln versammelt. Das erste davon trägt den Titel: ,, Theoretische undmethodische Probleme der griechischen Volkskunde“ und umfaßt die fol-genden Themen: ,, Die Entwicklung der griechischen Volkskunde und dasgriechische Brauchleben“( S. 18 ff) ,,, Kontinuitäten und Diskontinuitä-ten in der traditionellen griechischen Volkskultur. Ideologische Ausein-andersetzungen und wissenschaftliche Fakten“( S. 35 ff) ,,, Die Entwick-lung der griechischen Volkskunde und die Schule von Ioannina“( S. 54 ff, betrifft die Meraklis- Schule der sozialen Volkskunde, die ein-zige, die wirklich weitreichender schulbildend auf die Nachwuchswis-senschaftler gewirkt hat) ,,, Die Entwicklung und Organisation der regio-nalen volkskundlichen Studien"( S. 65 ff) ,,, Die traditionelle griechischeKommunität und die Mechanismen der sozialen Kontrolle“( S. 70 ff) ,,, Dasgriechische volkskundliche Lexikon“( S. 80 ff) ,,, Probleme der Dokumen-tation und Aufzeichnung von Volksritualen"( S. 87 ff) ,,, Probleme der Auf-zeichnung und Sammlung von volkskundlichen Primärquellen“( S. 95 ff),,, Ethnologische Problemstellungen in der griechischen Volkskunde“( S. 106 ff),„ Die griechische Volkskunde und die Regionalstudien"