Jahrgang 
104 (2001) / N.S. 55
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV LV/ 104

( S. 390 ff) ,,, Georgios Chamantas und die Kalymnos- Studien( S. 398 ff).Den Band beschließt ein Generalindex.

Walter Puchner

Paragrana. Internationale Zeitschrift für Historische Anthropologie. Hg.im Interdisziplinären Zentrum für Historische Anthropologie, Freie Univer-sität Berlin. Bd. 8, 1999, Heft 1: Askese, hg. von Christoph Wulf/ Jörg Zirfas,270 Seiten. Bd. 9, 2000, Heft 2: Inszenierungen des Erinnerns, hg. von ErikaFischer- Lichte/ Gertrud Lehnert, 275 Seiten. Berlin, Akademie Verlag.

,, Kleine Gedankenkörnchen, die neben gewohnten Saaten liegen, soll dieseZeitschrift auflesen und wieder ausstreuen, heißt es im Einleitungstextbescheiden und unbescheiden zugleich. Nicht mehr große Erklärungen undErzählungen über den Menschen, die Geschichte und was sonst noch allesmöchten die HerausgeberInnen anbieten, sondern sich menschlichen Phä-nomenen aus unterschiedlichen, jeweils undogmatischen Blickwinkeln an-nähern. Diese seien freilich anders als von Wissenschaften bereits ,, began-gene Wege"- neu und innovativ und letztlich notwendige Bestandteile einerjeden anthropologischen oder kulturwissenschaftlichen Hausapotheke.,, Das Buch Paragranum( lat.: granum- Kern, Körnchen; griech.: paraneben) nannte Paracelsus eine seiner grundsätzlichen Schriften;, Paragra-na nennt sich diese zweimal jährlich erscheinende Zeitschrift des Interdis-ziplinären Zentrums für Historische Anthropologie an der FU Berlin.

Nun könnten Verwechslungen und Missverständnisse entstehen. Histori-sche Anthropologie: Da assoziieren womöglich einige die gleichnamigeZeitschrift, akribische mikrohistorische Untersuchungen, alltagsgeschicht-liche Zugangsweisen oder auch HistorikerInnen, die seit einigen Jahren dastun, was VolkskundlerInnen schon viel länger gemacht zu haben glauben.Doch man sollte sich nicht täuschen lassen: Mit der Zeitschrift ,, Paragrana"begeben wir uns in einen Kommunikationszusammenhang deutscher Histo-rischer Anthropologie, der relativ parallel und unabhängig neben jenemanderen steht. Schon die disziplinären Differenzen sind markant: In denhistorisch- anthropologischen Institutionen in Erfurt, Freiburg, Göttingen,Saarbrücken und auch Wien dominieren HistorikerInnen. Bei den ,, Berli-nern, mit denen wir es hier zu tun haben und zu denen neben derZeitschrift u.a. eine mittlerweile über dreißig Bände umfassende ,, ReiheHistorische Anthropologie" im Reimer Verlag gehört-, haben dagegenErziehungswissenschaftlerInnen, LiteraturwissenschaftlerInnen, PhilosophIn-nen und SoziologInnen die Nase vorn( siehe dazu auch: Gunter Gebauer