Jahrgang 
104 (2001) / N.S. 55
Seite
535
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2001, Heft 4

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PENZ, Otto: Metamorphosen der Schönheit. Eine Kulturgeschichte mo-derner Körperlichkeit. Wien, Turia+ Kant, 2001, 252 Seiten, 16 s/ w- Abb.

Otto Penz will in seinem Buch ,, Metamorphosen der Schönheit die Vor-stellung relativieren, dass es ein allgemeingültiges und ewigwährendesSchönheitsideal gibt. Er setzt mit seiner Analyse in der zweiten Hälfte des19. Jahrhunderts beim bürgerlichen Bild von Körperschönheit an und be-schreibt dessen Wandel bis ins späte 20. Jahrhundert, in dem schließlich von,, Cyber- Schönheiten" die Rede ist.

Das Buch beschreibt die Geschichtlichkeit von Moralvorstellungen undLebensweisen und das Körperbewusstsein als Schnittstelle zwischen Indi-viduum und Gesellschaft; Diäten und Schönheitsoperationen werden alsAneignungsprozesse des jeweiligen Schönheitsideals thematisiert. Penzwill sein Buch als Geschichte der Alltagsästhetik verstanden wissen, an dersich nicht zuletzt auch die Geschichte gesellschaftlicher Ordnungen ablesenlässt, er stellt sich damit in die Tradition eines kulturwissenschaftlichenZugangs: Indem er das jeweils dominierende Körperideal in seinen wirt-schaftlichen, politischen und soziokulturellen Kontext einbettet, zeigt erdessen gesellschaftliche und historische Bedingtheit auf bzw. wendet er sichgegen die Vorstellung einer natürlichen Bedingtheit und betont im Gegen-satz zu soziobiologischen Ansätzen die kulturelle Determiniertheit des Kör-pers.

Sabine Gruber

PROFANTOVÁ, Zuzana( Hg.): Na prahu milénia. Folklór a folkloristikana Slovensku. Bratislava, Vydavateľstvo arm 333, 2000, 255 Seiten, ISBN80-967945-4- X.

Es gilt eine Festschrift anzuzeigen, deren Titel, An der Schwelle desJahrtausends" mit dem Zeitpunkt des Jubiläums ebenso korrespondiert wieder Titel der Zueignung ,, Beata est vita conveniens naturae suae mit demWesen des Jubilars. Kollegen, Schüler und Freunde des slowakischen Wis-senschaftlers und Universitätslehrers Milan Leščák widmeten ihm anläßlichdes 60. Geburtstages einen Sammelband zur ,, Folklore und Folkloristik inder Slowakei".

Vor einer Serie von 18 Fachstudien wird der Band durch einen Reigenvon persönlichen Würdigungen und Einschätzungen des wissenschaftlichenWerkes von Milan Leščák eröffnet. Zunächst skizziert die HerausgeberinZuzana Profantová den Lebensweg und die Forschungsschwerpunkte des