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Literatur der Volkskunde
ÖZV LVIII/ 107
BAUMHACKL, Ute, Hannes BOHAUMILITZKY: WeltkulturerbeÖsterreich. Graz, Steirische Verlagsgesellschaft, 2002, 96 Seiten, zahlr. Abb.SCHUHBÖCK, Christian, Alliance for Nature( Hg.): Österreichs Welter-be. Kulturdenkmäler und Landschaften unter dem Schutz der UNESCO.Wien, Verlag Christian Brandstätter, 2002, 223 Seiten, ca. 190 Abb.
Bildbände über das Weltkultur- und Naturerbe der Menschheit( ,, UNESCOWelterbe") erfreuen sich seit vielen Jahren, herausgegeben von internationaltätigen Verlagshäusern, großer Beliebtheit. Veröffentlichungen ausschließ-lich über das österreichische Welterbe bezogen sich bisher nur auf einzelneWelterbestätten, zusammenhängende Darstellungen fehlten wenn manvon einem Folder des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft undKultur und von einer Broschüre der Österreich Werbung absieht.( 2001 kamin Japan eine bebilderte Broschüre über die meisten österreichischen Welt-erbesstätten auf den Markt.2) Im Herbst 2002 erschienen aber gleich zweiPublikationen, die diese Lücke füllen wollen.
Die Welterbe- Idee geht auf die sechziger Jahre des letzten Jahrhundertszurück, als erstmals mittels eines integrativen Ansatzes eine repräsentativeAuswahl sowohl des natürlichen als auch des kulturellen Erbes durch eininternational verbindliches Rechtsinstrument gleichzeitig geschützt werdensollte. Die ,, Welterbekonvention“ wurde 1972 von der Generalkonferenz derUN- Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur( UNESCO) be-schlossen. Sie stellt mit Abstand das bedeutendste internationale Rechtsin-strument des Kulturgüter- und Naturschutzes dar.³ Mit der Grundidee, derSchaffung einer weltweiten Liste des natürlichen und kulturellen Erbes von,, außergewöhnlichem, universellem Wert", sollte das ,, wichtigste" Kultur-und Naturgut der Menschheit herausgehoben und besonders geschützt wer-den. Dieser Anspruch( wobei der Begriff des ,, außergewöhnlichen, univer-sellen Wertes" im Abkommen gar nicht näher ausgeführt wurde) stieß beiden Staaten auf reges Interesse: Bisher wurden 754 Stätten in die ,, Welter-beliste" aufgenommen. Die Eintragungen werden nach Kategorien unter-schieden: Kulturerbestätte, Naturerbestätte und„, gemischte“ Stätten( deren
1 Er erscheint seit 1997 in jährlicher Folge, z.T. auch in englischer Sprache.2 Wochenzeitschrift UNESCO Welterbe, No. 22 vom 5.4.2001: Österreich. Tokio:Kodansha, 2001( in japanischer Sprache).
3 Liste der 177 Vertragsstaaten im Internet: http://whc.unesco.org/wldrat.htm_de-but
4 Eingehender zum Begriff: Sarah M. Titchen: On The Construction Of ,, Outstan-ding Universal Value“. Some comments on the implementation of the 1972UNESCO World Heritage Convention. In: Conservation and Management ofArchaeological Sites 1( 1996), S. 235–242.