2004, Heft 1
Literatur der Volkskunde
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men ist ,,, verstehen sich die Texte als liebevolle und kritische Hommage anacht österreichische Landschaften und an die Geschichte und das Selbst-verständnis ihrer BewohnerInnen." Die Autorin zielt hierbei auch auf denUrlaubsgast als Leser, schließlich sind von diesem Buch auch Ausgaben inEnglisch, Italienisch, Französisch und Japanisch geplant. 10 Den touristi-schen Nutzen dieser Lektüre untermauern auch Hinweise auf Internet-Adressen ,,, Events“,„, Must see“, Rundgänge und ,, schönste Blicke“. DerDarstellung der einzelnen Stätten wird die Begründung der Aufnahme in dieWelterbeliste vorangestellt. Wie der Text stammen auch die Fotos aus einerHand: Auch hier wird das Bemühen sichtbar, Vertrautes neu und aus einerunbekannten Perspektive zu präsentieren.
In diesem Buch wären die Daten der Eintragung in die Liste zu korrigie-ren: Schönbrunn 1996( nicht 1997, S. 17), Neusiedlersee 2001( nicht 1997,S. 55), Semmeringbahn 1998( nicht 1999, S. 63), Graz 1999( nicht 2000,S. 75), Hallstatt- Dachstein 1997( nicht 1998, S. 85) und Salzburg 1996( nicht 1997, S. 95). Bei der Wachau ist ein Teil der Begründung nichtberücksichtigt( S. 34).
Beiden Bildbänden ist eine ansprechende Präsentation und solide Ver-arbeitung gemein. Auf Grund ihrer verschiedenen Konzeption, des Umfangsund Formats dürfte ihnen breiter Zuspruch von unterschiedlichen Käufer-schichten sicher sein. Und da das Welterbe in Österreich wohl weiterhinZuwachs erfahren wird, bietet sich eine Weiterführung dieser Werke an.Peter Strasser
HOLZER, Anton( Hg.): Mit der Kamera bewaffnet. Krieg und Fotogra-fie. Marburg, Jonas Verlag, 2003, 160 Seiten, 100 Abb.
Anton Holzer hat als Redaktor der Zeitschrift ,, Fotogeschichte“ Ende desJahres 2002 ein Doppelheft mit dem Schwerpunktthema„ Krieg und Foto-grafie" initiiert( Nr. 85/86). Der vorliegende Sammelband ,, Mit der Kamerabewaffnet" ist vielleicht als Fortsetzung dazu gedacht- und geht doch weitdarüber hinaus.
Visuell gesehen, so schreibt Ulrich Keller in seinem erhellenden Beitrag,, Authentizität und Schaustellung. Der Krimkrieg als erster Medienkrieg",seien Kriege schon immer attraktiv gewesen. Der Brite Roger Fenton, imJahr 1855 im Auftrag seiner Majestät auf den Schlachtfeldern der Krimunterwegs, mied den Kanonendonner, die Schützengräben und Unterstände.
10 Verlagsankündigung, Herbst 2002.