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Literatur der Volkskunde
ÖZV LVIII/ 107
renzierten sozialen Infrastruktur und deren Professionalisierung“( S. 315).Der abschließende Beitrag von Manfred Omahna widmet sich dem Vereinals Wohnwelt. Am Salzburger Beispiel eines betreuten Wohnprojekts fürvorbestrafte junge Männer werden die Strukturen sowie Möglichkeiten undProbleme solcher Sozialeinrichtungen sichtbar.
Fazit: Der Fülle der unterschiedlichen Gegenstände und Zugänge, diediesen Band auszeichnet, gerecht zu werden, ist für den Rezensenten keineleichte Aufgabe. Jedenfalls zeigt sich, dass es schier unmöglich ist, das kaumüberschaubare Forschungsfeld der Vereinsforschung vollständig zu bearbei-ten. So konnten etwa in der Publikation Teilaspekte, wie die nicht zuunterschätzende Bedeutung der Vereine für die persönliche Freizeitgestal-tung, nur kurz angerissen werden. Dies schmälert die Qualität des Buchesaber kaum. Störender hingegen sind die manchmal leider auftretendenFlüchtigkeits- und Tippfehler. Man fragt sich etwa, wie der Autor des letztenBeitrags wirklich heißt( Ohmana oder Omahna?). Im Großen und Ganzenwird aber kaum ein an Vereinsforschung Interessierter dieses Buch unbe-achtet liegen lassen können.
Karl C. Berger
HOCHRADNER, Thomas, Evelyn FINK, Thomas NUSSBAUMER( Hg.): Zur musikalischen Volkskultur im Lammertal. Feldforschung 2001.Bericht. Herausgegeben im Auftrag des Salzburger Volksliedwerkes. Salz-burg 2003, 523 Seiten, Abb., mus. Not., Ktn.
Von einer Veröffentlichung, für die das Salzburger Volksliedwerk und derLandesverband Salzburger Volkskultur in Zusammenarbeit mit dem Öster-reichischen Volksliedwerk, dem Institut für Volksmusikforschung undEthnomusikologie der Universität für Musik und darstellende Kunst Wienund dem Institut für Musikwissenschaft und fächerübergreifende Studiender Universität Mozarteum in Salzburg verantwortlich zeichnen, darf einumfassender, weit reichender und einen guten Überblick bietender Berichterwartet werden, der die Ergebnisse der Feldforschung im Lammertal prä-sentiert. Im Februar 2001 und mit Nacherhebungen im Jänner 2002 wurdenvon MitarbeiterInnen oben genannter Institute unter Einbeziehung vonStudierenden des Lehrganges für Alpenländische Volksmusik an der Uni-versität Mozarteum Salzburg die musikalisch- poetischen Äußerungen desLammertales mit den Orten Scheffau, Rußbach, Abtenau, Annaberg, Lun-götz und St. Martin nach einer Methode erforscht, wie sie Károly Gaálvorgeschlagen und 1965/66 in Wolfau, später auch in Tadten( 1972/73)