Jahrgang 
107 (2004) / N.S. 58
Seite
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2004, Heft 4

Chronik der Volkskunde

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Im Rahmen der Tagung wurde, wie gewohnt, auch die Generalversamm-lung von SIEF abgehalten. Derzeitige Präsidentin der Gesellschaft, ReginaBendix, Göttingen, und Vizepräsident Bjarne Rogan, Oslo, wurden für eineweitere Geschäftsperiode wiedergewählt. Das Sekretariat der Organisationbleibt weiterhin am Meertens Institut, Amsterdam, wird aber nicht mehr wiebisher von Herman Roodenburg sondern von Peter Jan Margry betreut.Margot Schindler

Managing Identities: Region, Space, and Culturein the Process of Europeanization

Ethnologia Europaea Konferenz, Wien, 13. bis 15. Mai 2004

Wenn sich an die 30 Europäische Ethnologinnen und Ethnologen aus 16verschiedenen Ländern versammeln, darf man erwarten, dass unterschied-liche Perspektiven und Forschungstraditionen aufeinandertreffen. Eine ge-meinsame Themenstellung sowie der organisatorische Hintergrund der Ta-gung es handelte sich um eine Tagung der Zeitschrift Ethnologia Euro-paea in Kooperation mit dem Institut für Europäische Ethnologie in Wien-verliehen den Vorträgen, Kommentaren und Diskussionen einen gemeinsa-men Horizont. Die vereinende Themenstellung, die Fragen von Räumlich-keit, Europäisierung und Identität zusammenführen wollte, wurde, wie diesauch zu erwarten war, durch die Referenten sehr unterschiedlich angegan-gen. Theoretische Überlegungen wechselten sich mit konkreten Fallstudienab. Um die Dynamik der Gesichtspunkte zwischen den Anwesenden etwasanzuschüren, moderierten und diskutierten jeweils zwei Teilnehmer dieReferate jedes Vortragsblocks. Dass die Höflichkeit gerade hier einer inten-siveren Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Zugangsweisen und Fra-gestellungen im Wege stand, soll nicht als Kritik sondern als Denkanstoßzum Eingang kurz erläutert werden. Orvar Löfgren führte in anderemZusammenhang der Tagung den Begriff der, Kontaktirritation ein, um dieReaktionen linguistisch und kulturell nahe beieinanderliegender Kulturenzu charakterisieren, wie z.B. der Schweden und Dänen im Zuge derBrückenöffnung zwischen den beiden Ländern. Kleine Differenzen, meinteLöfgren, gehen besonders unter die Haut und wären der tieferen ethnologi-schen Zuwendung wert. Auch Europäische Ethnologen sind sich metho-disch und fachhistorisch gesehen einigermaßen ähnlich, aber die ver-schiedenen nationalen wissenschaftlichen Selbstverständlichkeiten reibendurchaus aufeinander. Wer eine Europäisierung des Faches fördern möchte,