2004, Heft 4
Literatur der Volkskunde
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ben der unzweifelhaften Vielfalt und Kreativität auch die Eintönigkeit undneben der Innovation auch die Beharrungskraft“( S. 223) zum Inhalt hat.
Sehr kritisch ausgefallen sind die Rezensionen zu Brigitta Schmidt- Lau-bers Monographie in der Frankfurter Rundschau( 26.11.2003) und in derFrankfurter Allgemeinen Zeitung( 13.10.2003). Beide Rezensenten kritisie-ren vor allem die Vorhersagbarkeit der Ergebnisse und die Banalität desThemas. Damit haben sie im Wesentlichen die zentrale Intention der Autorinverkannt, die gerade anhand der, Monochromie' von Gemütlichkeit neueÜberlegungen zu alltagskulturellen Praktiken anstellt und diese anhandempirischer Befunde nachweist.
Markus Tauschek
BERGMANN, Sven, Regina RÖMHILD( Hg.): global heimat –. Ethno-graphische Recherchen im transnationalen Frankfurt(= Kulturanthropolo-gie Notizen, Bd. 71). Frankfurt am Main, Institut für Kulturanthropologieund Europäische Ethnologie, 2003, 262 Seiten, s/ w- Abb.
Das Buch ,, global heimat“ – erschienen in der Reihe ,, KulturanthropologieNotizen beschäftigt sich mit dem Stellenwert des Lokalen innerhalbglobaler Entwicklungen. Es gilt inzwischen als unumstritten, dass Glo-balisierung immer auch mit Formen der Lokalisierung einhergeht. Genauhier setzt das Buchprojekt der 15 Studierenden der Kulturanthropologie an.In acht verschiedenen Feldern der Globalisierungspraxis wurden Menschenbefragt, um von ihnen Informationen über den Zusammenhang zwischenAlltagswelt und globalen Praktiken zu gewinnen. Es wird danach gefragt,wie die anscheinend disparaten Welten der ökonomischen Strategen und deralltagskulturellen Taktiker zusammengeführt werden können.
Die Auswahl der im Buch dargestellten Untersuchungsfelder erscheintvorerst zufällig und ohne übergeordnete Struktur zu sein: Was verbindetThemen wie Werbung, Migration, Salsa, Kulturproduktion, Bürgermedien,Vereine und Imageproduktion mit dem Themenbereich Globalisierung?Einleitend erfährt der Leser/ die Leserin von Regina Römhild nur wenig überdie Auswirkungen der Globalisierung. Aber auch die einzelnen Beiträgegehen einer konkreten Interpretation von Zusammenhängen zwischen loka-len und globalen Strategien eher aus dem Weg. Die Verhältnisse werden erstklar, wenn man sich auf die einzelnen Beiträge einlässt und die Mikrokos-men der Stadt Frankfurt am Main als Bindeglieder zu globalen Praktikenversteht. Es wird in den genannten Beispielen sehr gut spürbar, welchenrestriktiven Veränderungsprozessen die Menschen in einer globalen Weltausgesetzt sind.