Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde108 (2005) / N.S. 59Maurer, Hermann: Wallfahrten zum Bründl von Maria Dreieichen

  
Aufsatz in einer Zeitschrift 
Wallfahrten zum Bründl von Maria Dreieichen
Seite
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

Band LIX/ 108, Wien 2005, 43-52

Mitteilungen

Wallfahrten zum Bründl von Maria Dreieichen

Hermann Maurer

Die Wallfahrtskirche von Maria Dreieichen' zählt zu den bedeutendstenchristlichen Kultstätten Niederösterreichs. Ein Vergleich mit dem erfolg-reichsten niederösterreichischen Marienwallfahrtsort macht die Grund-voraussetzungen ganz deutlich. Als Gnadenbild wird hier wie in MariaTaferl²- ein barockes Vesperbild verehrt.³ Wie bei Maria Taferl befindet sichdie Kirche auf einer Höhe( Molderberg), bei beiden Orten spielte ursprüng-lich ein Baum( Eiche) eine wichtige Rolle und es gibt ein Bründl. Dasursprüngliche Bründl von Maria Taferl befand sich im Gegensatz zu demvon Maria Dreieichen gleich neben dem Baum. Nur bezüglich des Steineskann kein sicherer Vergleich angestellt werden. Der ,, Taferlstein" von MariaTafer kann zwar mit dem, Teufel- oder Riesenstein von Mold³ rein

1 Endl, Friedrich: Die Wallfahrtskirche zu Dreieichen bei Horn( O.M.B.), Wien1894. Biedermann, Stephan: Maria Dreieichen, Ursprung und Beschreibungder Gnadenkirche. Eggenburg 1931.- Schweighofer, Gregor: Maria Dreieichen.Horn 1952.

2 Weichselbaum, Josef: Maria Taferl, Wallfahrtskirche zur schmerzhaften Mutter-gottes, München- Zürich 1960.- Gugitz, Gustav: Österreichs Gnadenstätten inKult und Brauch 2, Niederösterreich und Burgenland. Wien 1955, S. 115ff.- Zurursprünglichen Quelle von Maria Taferl vgl. Noichl, Elisabeth: Die regensburgi-sche Herrschaft Pöchlarn und die Anfänge der Wallfahrt Maria Taferl nachQuellen des Bayerischen Hauptstaatsarchivs. In: Studien und Forschungen ausdem Niederösterreichischen Institut für Landeskunde 11( 1989), S. 99( ,, bei derEiche vorhandene kleine Quelle).

3 Gugitz, Gnadenstätten( wie Anm. 2), S. 97f.

4 Der ,, Taferlstein ist seit dem 18. Jahrhundert auf zahlreichen Andachtsbildern( Ursprungsbildern) und in Mirakelbüchern abgebildet und erreichte so einengroßen Bekanntheitsgrad.

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5 Maurer, Hermann: Waldviertel 1985. In: Mannus, Deutsche Zeitschrift für Vor-und Frühgeschichte 23( 1985), S. 59ff.( Abb. auf S. 61). Erwähnenswert indiesem Zusammenhang erscheinen einige biedermeierzeitliche Ursprungsbilder( Sammlung des Verfassers), welche den Traum des Matthias Weinberger darstel-len. Auf diesen ist ein seltsames plattenförmiges Objekt zu sehen, auf das sich