Jahrgang 
108 (2005) / N.S. 59
Seite
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2005, Heft 1

Chronik der Volkskunde

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Differenz verbindet?- Kulturelle Veränderungsprozesseals Impuls für die Kultur- und Bildungsarbeit in einerEU- Erweiterungsregion

Transformationen des Gewohnten II, 22. Oktober 2004,Schloss Kittsee

Zum Themenfeld ,, Transformationen des Gewohnten" fanden anlässlich desJahres der Volkskultur im Burgenland zwei Symposien statt. Die Veranstal-tung am 24. September 2004 im Landesmuseum Burgenland in Eisenstadtbeschäftigte sich mit dem Thema( Volks-) Kultur und den Funktions- undFormveränderungen kultureller Alltagspraxis, den Schnittstellen zwischenVolks-, Alltags- und Populärkultur und der Frage, wie wir gesellschaftlichenVeränderungen kulturell begegnen.

Das Symposium ,, Transformationen des Gewohnten II" wurde im Rah-men des EU- Kultur 2000- Projektes ,, Keramik- gebrannte Idylle. Muse-en/ Typen/ Regionen veranstaltet. Unter dem programmatischen Titel, Dif-ferenz verbindet?" wurde die Frage nach der Bedeutung jener kulturellenEntwicklungen im Neuorientierungsprozess dieser Region gestellt, diedurch den Fall des ,, Eisernen Vorhangs 1989 im burgenländischen Grenz-gebiet ausgelöst wurden und durch das Aufeinandertreffen der unterschied-lichen Alltagskulturen in dieser Region einen ganz besonderen Austausch-prozess in Gang setzten. Unter dem Begriff der Transformation werden hieralso nicht nur die ökonomischen und sozialen Veränderungen in unserenNachbarländern verstanden, sondern auch die Umwälzungen der kulturellenOrientierungssysteme und ihre Auswirkung auf Alltag, Lebensweise undprivate Lebensentwürfe. Die Auseinandersetzung mit dieser Fragestellungerfolgte dabei sowohl auf theoretischer Ebene als auch in Form von Erfah-rungsberichten aus der grenzüberschreitenden Kultur- und Bildungsarbeitvon ReferentInnen aus der Slowakei, Ungarn, Deutschland/ Bulgarien undÖsterreich.

Nach der Begrüßung durch Franz Grieshofer( Österreichisches Museumfür Volkskunde) eröffnete Bernhard Tschofen( Universität Wien, Institut fürEuropäische Ethnologie) den ersten Vortragsblock mit seinem Referat,, Neue Alltage im neuen Europa? Über Europäisierung und die Transforma-tionen der Lebenswelten. Unter ,, Europäisierung wird hier eine Wechsel-wirkung von Strukturen und Prozessen verstanden, in der sich, globale',nationale und regionale Entwicklungen begegnen, die in ihrer jeweils unter-schiedlichen lokalen Ausformung wiederum europäische Ordnungen neukonstituieren. Von der Kulturwissenschaft Europäische Ethnologie/ Volks-kunde ist dabei die Frage nach der alltagsweltlichen Dimension dieses