Jahrgang 
108 (2005) / N.S. 59
Seite
326
Einzelbild herunterladen
 

326

Chronik der Volkskunde

Bedeutung von Museen in der Region

ÖZV LIX/ 108

2. Internationales Symposium im Rahmen des EU- Kultur 2000Projektes ,, Keramik³- gebrannte Idylle. Museen- Typen-Regionen, 2. bis 3. März 2005, im Ethnographischen Museum desSlowakischen Nationalmuseums, Martin/ Slowakei

Nach der ersten, der im Rahmen des EU- Projekts ,, Keramik³" projektiertendrei begleitenden Tagungen, die im Oktober 2004 im EthnographischenMuseum Schloss Kittsee stattgefunden hatte( vgl., Differenz verbindet",Tagungsbericht in: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde LIX/ 108,Wien 2005, 69–73), wo die Veränderungen der kulturellen Orientierungs-systeme seit der Öffnung der Ost- Grenzen auf theoretischer Ebene und inkonkreten Erfahrungsberichten zur Diskussion standen, wurden im zweitenSymposium in Martin speziell die Museen in den Grenzregionen Öster-reichs, Ungarns und der Slowakei und ihre Ziele, Probleme, Gemeinsam-keiten, Spezialisierungen und Förderformen in den Mittelpunkt gestellt.

In ihrer Begrüßungsrede ging die Direktorin des Slowakischen National-museums Martin, Mária Halmová, auf die unterschiedlichen Aufgaben vonFreilichtmuseen, Burgmuseen, ethnografischen Museen oder Regionalmu-seen ein, da das SNM in Martin mit seinen Außenstellen all jene Museums-typen abdeckt, und sich daher differenzierten Ansprüchen gegenüber gestelltsieht. In der öffentlichen Diskussion mit den Museumserhaltern geht esjedoch auch hier weniger um Inhalte als um Besucherzahlen, und in diesemSinne begrüßte die Direktorin besonders den Erfolg der mit der KittseerKeramikausstellung übernommenen Idee von Töpferworkshops als für dasSNM neuartiges Kreativangebot für MuseumsbesucherInnen.

In ihrem Vortrag mit dem Titel Das Museum als kulturgestaltenderFaktor" reflektierte Gabriela Podušelová( Museologisches Kabinett desSNM, Bratislava) die neuen Trends zur Verlebendigung der Museen bis hinzu sog. Event- Angeboten. Das Museum von heute muss für seine Besuche-rInnen eine Stätte der Erholung und der Begegnung mit Kunst, Handwerkund Volkskunst sein, ohne die klassischen Aufgaben zu vernachlässigen. Fürdie Referentin ist der Gewinn aus einem Museumsbesuch nicht in Zahlenmessbar. Entscheidend sind die Eindrücke, das Wissen und die Erlebnisse,die ein Museumsbesuch hinterläßt. Unter dieser Prämisse heißt die Referen-tin beispielsweise Handwerksvorführungen in Freilichtmuseen sowie Kon-zerte und Theatervorführungen in Burg- und Schlossmuseen gut. DerartigeKulturprogramme machen das Museum lebendig und ziehen auch jeneBesucherInnen an, die mit statischen Präsentationen alleine unzufrieden

sind.