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Chronik der Volkskunde
ÖZV LIX/ 108
schaftlich tätigen Professionisten, derzeit mit dem Schwerpunkt aufInventarisierung. Die Volkskultur NÖ richtet den jährlichen Niederösterrei-chischen Museumstag aus( der heuer zum 10. Mal stattfand) und eröffnetim Mai 2005 ein eigenes Ausbildungszentrum für Kustoden im originalge-treu restaurierten Brandlhof in Radlbrunn. Denn jene etwa 650 öffentlichzugänglichen Museen und Sammlungen in Niederösterreich werden über-wiegend von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen betreut. In der nachfolgen-den Diskussion kristallisierten sich die unterschiedlichen Organisationsfor-men und Arbeitsweisen in den drei Nachbarländern deutlich heraus. Auf-grund der niedrigen Alterspensionen in Ungarn und der Slowakei birgt etwadas Ehrenamt kein Arbeitskräftepotential für die Museen in diesen Ländern.In ihrem Referat mit dem Titel„, Das Dorfmuseum Mönchhof/ Burgenlandals Bühne für Dorfleben? Anmerkungen zur regionalen Bedeutung einesMuseumsdorfes" beschrieb Veronika Plöckinger vom EthnographischenMuseum Schloss Kittsee die Entwicklung eines ungeordneten Sammelsuri-ums zu einem idealtypischen Museumsdorf. Ausgehend von einer privatenSammelinitiative entstand in Zusammenarbeit mit dem Institut für Volks-kunde der Universität Wien ein Freilichtmuseum, das den rezenten Ansprü-chen an eine derartige Institution gerecht zu werden vermag. Es ist Touris-musmagnet für die Region, aufgrund seines positiven Images ein gernegewählter Tagungsort für Politiker und erfüllt gleichzeitig auch wissen-schaftliche Ansprüche. Die Idylle der originalen Objekte im Dorfmuseumwird durch die Objektauswahl( z.B. ,, Halbwirtschaft“), in den Texten unddurch persönliche Gespräche mit Besuchern kritisch hinterfragt.
Claudia Peschel- Wacha
Exotik Glossar ::: zum Glossareintrag Exotik des Alltags- Tradition in veränderlicher Zeit3. Internationales Symposium im Rahmen des EU- Kultur 2000Projektes ,, Keramik³- gebrannte Idylle. Museen- Typen-Regionen“, 24. bis 25. April 2005, Savaria Múzeum,Szombathely/ Ungarn
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Die Einstimmung auf die Tagung bot der Georgimarkt im„, Skansen“ – wiein Ungarn in Anlehnung an das erste Freilichtmuseum in Stockholm alleFreilichtmuseen bezeichnet werden von Szombathely, zu dem die Ta-gungsteilnehmerInnen aus den Nachbarländern geladen waren. Am selbenAbend wurde im Savaria Múzeum die Ausstellung„, Keramik³ – gebrannteIdylle. Museen Typen- Regionen“ vom Landeshauptmann des KomitatsVas, Péter Markó, eröffnet.