Jahrgang 
108 (2005) / N.S. 59
Seite
362
Einzelbild herunterladen
 

362

Literatur der Volkskunde

ÖZV LIX/ 108

Haben Hersteller- und Produktgeschichte aufgrund einer wenn auch oftnur mühselig zu recherchierenden Quellenlage einige Chancen der Klärung,bleibt notgedrungen die Verbraucherseite mangels Befragungsmöglich-keiten generell recht vage. Dem mußten sich die Bearbeiterinnen auch indiesem Buch beugen und haben trotzdem versucht, allgemeinere Gesichts-punkte( Kitsch) und zeitbedingte Einflüsse( Ostmark) herauszuarbeiten oderdie hauswirtschaftliche Ratgeber- und Kochbuchliteratur nach entsprechen-den Ratschlägen zu durchforsten.

Der von Werner Endres im Vorwort propagierte Einstieg in das ThemaSteingut der Oberpfalz zeigt sich als detailreiche und dennoch konzentriertePlattform, von der aus mit Gewinn weitere Bearbeitungen ausgehen können.Darüber hinaus ist dem Verlag für eine ansprechende Ausstattung undGestaltung zu danken.

Ingolf Bauer

DEUTSCH, Walter, Eva Maria HOIS( Hg.): Das Volkslied in Österreich.Volkspoesie und Volksmusik der in Österreich lebenden Völker. Wien 1918.Hg. v. Österreichischen Volksliedwert(= Corpus Musicae PopularisAustriacae, Sonderband). Bearbeiteter und kommentierter Nachdruck desJahres 1918. Wien, Böhlau- Verlag, 2004, 314 Seiten, Abb., mus. Not.

,, Das Volkslied in Österreich ist das Ergebnis eines umfangreichen Volks-liedsammelprojektes, das ab 1904 im Staatsgebiet Österreich- Ungarns statt-fand, aber durch den ersten Weltkrieg unterbrochen wurde. Gesammeltwerden sollten Lieder aller im Untersuchungsgebiet lebenden Völker,also neben den deutschen die tschechischen, slowakischen, polnischen,ruthenischen( ukrainischen), kroatischen, slowenischen, rumänischen, ita-lienischen und ladinischen Lieder. Einige Jahre wurde auch über die Einset-zung eines eigenen Ausschusses für das jüdische Volkslied diskutiert. DieserVorschlag wurde jedoch nicht realisiert. Ungarische Lieder wurden in einereigenen Unternehmung gesammelt. Insgesamt waren etwa sechzig Lieder-bände geplant. Nur der deutsche Ankündigungsband, neben zwei weiterengeplanten Bänden jeweils für slawische und romanische Volkslieder, er-reichte als Kriegs- Sparversion* das Stadium der Drucklegung.

,, Das Volkslied in Österreich" ist ein Buch, das sowohl von Forschern,als auch von aktiv Musizierenden seit etwa 90 Jahren erwartet wird. ImAuftrag des Österreichischen Volksliedwerkes wurde es aus den beidenletzten erhaltenen Exemplaren der 1918 gedruckten Korrekturbände, zu-sammengesetzt", von Eva Maria Hois und Walter Deutsch bearbeitet, um-