2005, Heft 4
Chronik der Volkskunde
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naler orientieren und sich öfter bei diversen Ausschreibungen bewerbensollten.
Veronika Plöckinger
Die Sprache des Museums
17. Österreichischer Museumstag in Wien
20. bis 22. Oktober 2005
So polyglott sich heute die global vernetzten Berufs- und Freizeitweltendarstellen, so vielfältig und verschieden sind auch die Sprachen der gegen-wärtig in Österreich agierenden Museen und derer Repräsentanten. Altphi-lologen, die noch das klassische Repertoire beherrschen, finden sich Seitean Seite mit jenen, die auf eine neue lingua franca setzen, was in diesem Fallheißt: Tore auf für die Medienwelt und die Mechanismen der Unterhaltungs-industrie. Die Waagschale neigt sich-wen wundert es- derzeit merklichzugunsten der zweiten Gruppe. Sprachproduktion ist in Museen nicht nureine zentrale primäre Aufgabe zur Vermittlung kultureller Inhalte, einedeutliche Sprache sprechen auch Objekte, Ausstellungen, Inszenierungen,Räume, Gebäude und deren Anmutung.
Nachdem bei den vergangenen Jahrestreffen in der österreichischen Mu-seumslandschaft die ein oder andere Ermüdungserscheinung spürbar war,verlief der 17. Österreichische Museumstag, der diesmal vom Naturhistori-schen Museum Wien gemeinsam mit dem Österreichischen Museumsbundund mit ICOM/ Österreich ausgerichtet worden war, wiederum durchauslebendig und anregend. Das lag an den drei thematisch gut strukturiertenArbeitskreisen und an der gezielten Auswahl der Referentinnen und Refe-renten, die zu einem guten Drittel aus nicht fix an Museen angestellten, dochin ihrem Umkreis tätigen Personen bestanden.
Die beiden Eröffnungsreferenten lieferten dabei gleich schwerpunkt-mäßig Zündstoff für die zwei Diskussionsforen ,, Objekt und Atmosphäre"( HG Merz) und ,, Medien und Spezialeffekte"( Bernd Lötsch), wobei derGastgeber, Hausherr des Naturhistorischen Museums und erster Redner,Professor Bernd Lötsch, in gewohnt provokanter Manier( ,, ich kann stun-denlang schimpfen, ohne mich zu wiederholen" B. L.) die Mittel, durch diesich Museen heute artikulieren können und sollen vielgestaltig sieht. SeinemAnsatz, das Museum als Kunstform zu verstehen, deren Aussagen überinszenierte Objekte in atmosphärisch gestalteten Räumen, die sowohl emo-tionale als auch intellektuelle Wirkungen zu entfalten vermögen, ist durch-