1999, Heft 1
Chronik der Volkskunde
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einer allzu raschen Grenzöffnung“ ging im Rahmen der Tagung in Erfüllung.Doch die Heimfahrt der Tagungsteilnehmer wurde durch eine Demonstrati-on gegen den Ausbau des Grenzüberganges Berg und die damit verbundeneErhöhung des Durchzugsverkehrs behindert. Eigentlich ist es erfreulich,wenn die Diskurse, die WissenschafterInnen auf einer Tagung pflegen, dieProbleme der Menschen auf der Straße so unmittelbar betreffen.
Bernhard Fuchs
31. Internationales Hafnerei- Symposium in Bambergvom 28. September bis 4. Oktober 1998
Auf Einladung von Bärbel Kerkhoff- Hader, Inhaberin des Lehrstuhls fürHeimat- und Volkskunde an der Otto- Friedrich- Universität Bamberg, fandvom 28. September bis 4. Oktober 1998 das 31. Internationale Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung statt, zu dem an die100 TeilnehmerInnen aus neun Ländern( Deutschland, Luxemburg, Nieder-lande, Österreich, Schweiz, Slowakische Republik, Spanien, TschechischeRepublik, Ungarn) angereist waren. Zu Beginn dankte B. Kerkhoff- Haderder Universität Bamberg, vertreten durch Rektor Prof. Dr. Alfred Hierold,für die gastfreundliche Aufnahme, die organisatorische Unterstützung sowiedie Möglichkeit zur Durchführung des Symposiums in den Räumen derUniversität und hob in ihrer Einführung die Bedeutung der seit dreißigJahren intensiv betriebenen Keramikforschung hervor, die weit mehr als nurHandwerksgeschichte betreibt, sondern sich auch Herstellern wie Verbrau-chern von keramischen Erzeugnissen widmet und dabei Produkte und Pro-duktionsbedingungen einbindet. Das 31. IHS stand unter dem Thema ,, Ke-ramische Produktion zwischen Handwerk und Industrie. Alltag- Souvenir-Technik", dem die Hälfte der insgesamt 32 Vorträge sowie das umfangreicheBegleit- und Exkursionsprogramm gewidmet waren. Neben weiteren Bei-trägen aus der gesamten Bandbreite der Keramikforschung bildeten sechsVorträge zum Thema Kacheln und Kachlöfen einen zweiten, im Vergleichzu den Vorjahren weniger dominierenden Schwerpunkt.
Exemplarisch zeigte Konrad Spindler( Innsbruck) im ersten Vortrag ander Feinsteinzeugfabrik Julius Paul& Sohn in Bunzlau die Entwicklung vonhandwerklicher zu industrieller Produktion in der Keramikherstellung auf,die nur scheinbar, bei ausschließlicher Berücksichtigung der technologi-schen Einrichtungen, gradlinig verläuft. Vielmehr läßt sich eine lange Phasedes Nebeneinander von Handarbeit und maschineller Produktion bei derGefäßherstellung wie auch der Dekorierung feststellen. Zu einem ähnlichenErgebnis kam Uwe Mämpel( Bremen), der das Verhältnis von„, Keramik,