Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde102 (1999) / N.S. 53Wedemeyer, Bernd: Möglichkeiten und Grenzen volkskundlicher Sportgeschichte

  
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Möglichkeiten und Grenzen volkskundlicher Sportgeschichte : dargestellt an Beispielen aus der deutsch-österreichischen Turnvereinsgeschichte zwischen 1848 und 1933
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde Band LIII/ 102, Wien 1999, 153–177

Möglichkeiten und Grenzenvolkskundlicher Sportgeschichte

dargestellt an Beispielen aus der deutsch- österreichischenTurnvereinsgeschichte zwischen 1848 und 19331

Bernd Wedemeyer

Der Beitrag diskutiert die Möglichkeit einer fächerübergrei-fenden Beschäftigung der Volkskunde mit Themen der Sport-geschichte, die über das momentan modische Thema derKörpergeschichte hinausgeht. Gemeinsame Forschungsberei-che beider Fächer sind dabei neben dem Schwerpunkt ,, Ver-einsgeschichte vor allem der Volkstumsideologe FriedrichLudwig Jahn und seine kulturgeschichtliche Rezeption. Dermögliche fächerübergreifende Ansatz dieser Themen wirdhier am Beispiel der Entwicklung deutscher und österreichi-scher bürgerlicher Turnvereine dargestellt, die sich von Jahn1813 begründet- von einer einstmals liberalen, demokra-tisch- nationalen Bewegung um 1848 im Laufe der Zeit zueiner deutsch- völkischen( ab 1918) und hitlertreuen( ab 1933)Gruppierung gewandelt hat.

Vorbemerkungen

Ich bin von Ihrem Institut, einem volkskundlichen Institut, eingeladenworden, um als ausgebildeter Volkskundler über ein Thema zu spre-chen, das vom historischen Fachverständnis her eigentlich in dieSportwissenschaft gehört und hier vor allem im Bereich der Sportge-schichte anzusiedeln ist. Aus diesem Grund steht meine Anwesenheitund somit mein Thema, das mögen vor allem etwaige anwesende

1 Dieser Beitrag wurde unter dem Titel ,, Aspekte zur deutsch- österreichischenTurngeschichte zwischen demokratischer Revolution und deutsch- völkischerBewegung( 1848-1938/ 45)" als Gastvortrag am 25.11.1998 im Institut für Volks-kunde der Universität Graz gehalten. Der Vortragsstil wurde weitgehend beibe-halten, der Text geringfügig überarbeitet.