Jahrgang 
102 (1999) / N.S. 53
Seite
191
Einzelbild herunterladen
 

Österreichische Zeitschrift für Volkskunde Band LIII/ 102, Wien 1999, 191-222

Chronik der Volkskunde

Der Basilisk- Ein Fabeltier erobert EuropaZur Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskundevom 27. Februar bis 2. Mai 1999

Im Institut für Bayerische Literaturgeschichte der Universität Münchenwurde in den vergangenen Jahren eine umfassende Dissertation zur Natur-,Bedeutungs- und Sagengeschichte des Basilisken erarbeitet, die, als Ausstel-lung adaptiert, voriges Jahr bereits in München und Neuburg an der Donauzu sehen war, vom 27. Februar bis 2. Mai 1999 im Österreichischen Museumfür Volkskunde in Wien, und bis zum Jahr 2001 auch in Basel, Hamburg undMemmingen zu besuchen sein wird. Der erwartete Publikumserfolg diesesWiener Themas, das, wie die Ausstellung lehrte, in Wahrheit ein europäi-sches ist, wurde vor allem durch das Interesse von Schulklassen weitübertroffen. Innerhalb von zwei Monaten besuchten über 70 Klassen dieAusstellung, wobei die Schüler im Rahmen eines Vermittlungsprogrammes,das eine auf die jeweilige Schulstufe abgestimmte Führung und ein Works-hop umfaßte, sachkundig betreut wurden.

"

Zur Ausstellung erschien ein Begleitband( Sammer, Marianne: Der Basilisk.Zur Natur- und Bedeutungsgeschichte eines Fabeltieres im Abendland Glossar ::: zum Glossareintrag  Abendland. Mün-chen 1998, 156 Seiten, zahlr. Farbabb., ISBN 3-980-4213-2-5), der das Themader Ausstellung monographisch abhandelt. Gezeigt wird anhand historischerQuellen, wie das Wissen von der Natur des Basilisken einerseits und seineAllegorisierung im Rahmen der mittelalterlichen Bibelexegese andererseitsbedeutungsgeschichtliche Traditionen ausbildeten. Traditionen, die bis weit indie Neuzeit stabil geblieben sind und sich der unterschiedlichsten künstlerischenund literarischen Formen bedienen. Entsprechend teilt sich die Ausstellung ineine naturgeschichtliche und in eine bedeutungsgeschichtliche Abteilung. Umzu dokumentieren, wie sich die Vorstellung vom Basilisken popularisierte unddie Gelehrtenwelt verließ, wird in einer dritten Abteilung an einigen Beispielender Erzähltyp der Basiliskensage vorgestellt.

Zum Logo der Ausstellung wie des Begleitbandes wurde ein Basilisk miteinem Globus zwischen den Klauen gewählt( 17. Jahrhundert), der, ausseinem ursprünglichen emblematischen Kontext gelöst, die Allgegenwartder Basiliskenvorstellung in der abendländischen Glossar ::: zum Glossareintrag  abendländischen Welt suggerieren soll.Hildegard Anleitner, Wachsbildnermeisterin aus Krumbach, hat es verstan-