Jahrgang 
102 (1999) / N.S. 53
Seite
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1999, Heft 2

Chronik der Volkskunde

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endgültig der Vergangenheit angehören. Von ihr zeugen nicht nur Basiliskenin der belletristischen( z.B. Walter Mehring, Herbert Rosendorfer) wie dervolkstümlichen Literatur des 20. Jahrhunderts( z.B. die Puppenspiele vomWiener und vom Warschauer Basilisken), sondern auch die Ausstellungselbst: Über einem der ca. 25 noch betriebenen Baseler Basiliskenbrunnen,aus dem im Sinne eines allegorischen Happenings Wein fließen kann, ist eineTafel angebracht, die unter Berufung auf Proverbia 23,31-35 das Basilis-kengift mit den üblichen Nebenwirkungen des Weingenusses analogisiert,insofern beide unaufhaltsam ihre ungesunde Wirkung entfalten. Die Besu-cher der Ausstellung sollten sich nicht betrinken.

Marianne Sammer

Ausstellung ,, Galizien. Ethnographische Erkundungbei den Bojken und Huzulen in den Karpaten"im Österreichischen Museum für Volkskunde

vom 19. Mai bis 29. August 1999 und

Exkursion in die Ukraine

vom 28. April bis 7. Mai 1998

Das Museum für Volkskunde in Wien veranstaltet vom 19. Mai bis 29. Au-gust 1999 die Ausstellung ,, Galizien- Ethnographische Erkundungen beiden Bojken und Huzulen in den Karpaten. Diese Ausstellung wurde bereitsim Vorjahr als Jahresausstellung des Ethnographischen Museums SchloßKittsee erarbeitet und lief dort von Juni bis November 1998 mit beträchtli-chem Erfolg. Äußerer Anlaß für die Beschäftigung mit dem Thema war die100. Wiederkehr der Herausgabe des Bandes ,, Galizien als Band 15 dessog. Kronprinzenwerkes ,, Die österreichisch- ungarische Monarchie in Wortund Bild". Die Ausstellung präsentiert erstmals in einem größeren Rahmendie Sammlungen, die um die Jahrhundertwende vom damals noch jungenMuseum für Volkskunde angelegt wurden. Diese galizischen Sammlungen,die zum Teil von hervorragenden Wissenschaftern zusammengetragen wur-den, stammen zum größten Teil aus dem Karpatengebiet. Insbesondere dievon Ivan Franko initiierte, organisierte und durchgeführte Sammelreise von1904 erbrachte einen Grundstock von Objekten aus dem Gebiet der Bojken.Die huzulischen Gegenstände stammen zum überwiegenden Teil vom Marktin der Provinzstadt Kosiv.

Einstieg in die Ausstellung ist eine Auseinandersetzung mit der Sammel-geschichte der im weiteren Verlauf präsentierten Objekte, die ein Schlaglichtauf Intention und Durchführung der Sammlung wirft und auch die unvoll-