Jahrgang 
102 (1999) / N.S. 53
Seite
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1999, Heft 2

Literatur der Volkskunde

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Der Band ist eine schiere Augenweide und schon das Duchblättern einGenuß. Die Bilder zeugen von einer vielfältigen Weiterentwicklung desKarnevalphänomens, vielleicht einer der adäquatesten Ausdrucksformen derspät- oder postmodernen Epoche, vom magischen Ritualrahmen bis zu freienSynthesen der Phantasie in Ikonologie und Verhaltensweisen; der ,, mundusreversus" des Karnevals entwickelt sich zum Tummelfeld eigentlicher Wirk-lichkeitsgestaltung für den Einzelnen, Exerzierplatz für individuelle Be-wußtwerdung, soziale Standortbestimmung, psychische Affektabfuhr, undgenerell ein intellektueller Hoffnungsschimmer für die einzelpersonellenschöpferischen Abwehrmechanismen gegen die universelle Nivellierung.Die Karnevalsmanifestationen befinden sich nicht weit von dem, was manheute in Amerika ,, performances nennt und als solche studiert: völlig freieund unkonventionelle kreative und öffentlich demonstrierte Antworten aufdie geistigen, psychischen und körperlichen Zwänge unseres Zeitalters, einbemerkenswerter Abglanz der Tradition der spätmittelalterlichen Faschings-narren und ihrer anarchischen Utopien im fin de millénaire.

Walter Puchner

Νικολάου Ιερόπαιδος εξ Αγράφων, Εκδόσεις μερικαί εις αρχάριονατpóv[ Nikolaos Hieropais aus Agrapha, Einzelne Anleitungen für denbeginnenden Arzt]. Prolog von G. N. Antonakopulos, Einleitung und Aus-gabe Agamemnon Tselikas und Jannis N. Iliudis. Larisa, Universität vonThessalien, Medizinische Abteilung, 1997( B₁ẞvoкη αεwτÉρ@ vEλλŃvæv iατpóv 2). XXVI, 134 Seiten, 2 Abb. auf Taf., 2 Abb. im Text.

Die medizinische Abteilung der neugegründeten Universität Thessalien, dieihren Sitz in verschiedenen thessalischen Städten hat, hat eine Publikations-reihe der griechischen Medizingeschichte während der Türkenzeit gewid-met, die mit der Ausgabe des Frühwerkes des ,, Arztphilosophen NikolaosHieropais aus den Agrapha- Dörfern im 17. Jahrhundert ,, Über Physiologieund Pathologie" eingesetzt hat und ihr Werk mit der zweiten Arbeit diesesquellenmäßig nicht besonders gut belegbaren ,, Gelehrten fortsetzt. Vordiesem Werk für den Anfänger in der praktischen Heilkunde dürfte er nochein ,, Antidotarion aus dem Italienischen übersetzt haben( es ist mehrfachin dieser Schrift angeführt). Sämtliche Schriften sind nur in Hand- undAbschriften bekannt; insgesamt dürften ihm acht Werke zugeschriebenwerden, neben den drei erwähnten folgende: ein Buch der Pharmakologie,das er als ,, Morgenröte der Ärzte bezeichnet, ein Buch über Arzneien,,, Ekloge bezeichnet ,,, Biblos iatrike, ein Kräuterlexikon und eine kurzge-