Aufsatz in einer Zeitschrift 
Zehn Jahre danach : Berichte und Analysen zur Entwicklung der Volkskunde/Europäischen Ethnologie in Tschechien, Slowakei, Ungarn und Kroatien seit 1989/1990
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Mitteilungen

ÖZV LIII/ 102

chem hohen Ausmaß aktuelle Informationen, systematische Überblicke,Einsichten in die Forschungs- und Museumsarbeit aus den Nachbarländernvon unserer Seite aus empfangen werden konnten und wie wiederum unserPeriodikum zunehmend sich als Plattform für die Darstellung grenzüber-schreitender volkskundlicher Forschung anbietet.

Für die Einladung zu den nachfolgenden Beiträgen konnte die Redaktionder Zeitschrift auf das angesehene internationale Kollegium der Korrespon-dierenden Mitglieder des Vereins für Volkskunde in Wien zurückgreifen. DerDank der Redaktion geht an die Autoren der nachfolgenden Beiträge, diedamit die ihnen vom Verein für Volkskunde zuerkannte ehrenvolle Mitglied-schaft wörtlich genommen haben und auf dem Korrespondenzweg ihre Sicht-weisen und Beurteilungen der Entwicklung unseres Faches Volkskunde/ Euro-päische Ethnologie in den vergangenen zehn Jahren mitgeteilt haben.

Anmerkung

1 Institut für Volkskunde der Universität Wien und ifk/ Internationales Forschungs-zentrum Kulturwissenschaften in Wien, 28.- 30. Oktober 1999. Konzeption:Konrad Köstlin und Péter Niedermüller.

Ein Jahrzehnt in der ungarischen Ethnographie'

Tamás Hofer

Das vergangene Jahrzehnt begann mit der Öffnung des Eisernen Vorhangs,mit einer Euphorie, mit der demokratischen Umwandlung dann mit derEinsicht, daß der Systemwechsel eine drastische, zeitweilig rund 20% igeSenkung des nationalen Gesamtproduktes( GDP) zur Folge hat, was sowohlfür das Staatsbudget als auch für die Familienhaushalte andauernde ,, dürf-tige Zeiten" bedeutet. Die Einschränkungen betrafen auch die ,, Volkskun-de", die Zahl der Arbeitsplätze sank, die Herausgabe von Büchern undZeitschriften verringerte sich.

Die politische Wende brachte aber eine Lockerung der zentralen Verwal-tung in der wissenschaftlichen Forschung mit sich, es fanden sich mehrMöglichkeiten für Initiativen. Diese Lockerung war schon in der spätenKádár- Ära spürbar, zum Beispiel dadurch, daß man neben den zentralverteilten Geldern des Budgets auch eine Forschungsunterstützung durchBewerbungen erhalten konnte. Zur Zeit ist es ein wesentlicher Vorteil, wennsich jemand geschickt bewerben kann aber leider verstehen es nicht alle,