1999, Heft 4
Mitteilungen
521
7 Netzwerk: Volkskunde. Ideen und Wege. Festgabe für Klaus Beitl zum siebzig-sten Geburtstag. Wien 1999: Jeřábek, R.: Österreich und Österreicher in dentschechischen Enzyklopädien und volkskundlichen Kompendien bis 1918.S. 107–115. Dvořáková, H.: Volkstracht als Zeichen nationaler Identifikationund Abgrenzung, S. 391–398. – Vařeka, J., A. Plessingerová: UnterbrocheneTraditionen nach 1948. Am Beispiel von Volkssitten, Bräuchen und Festen in derTschechischen Republik, S. 647-653.
8 Vgl. Jeřábek, R.: Czech Studies of Folk Life from Ethnography to EuropeanEthnology. Anthropological Journal on European Cultures 1/2, 1992, S. 37-51.
, Wende 1989-1999" aus der Sicht der
slowakisch- österreichischen Zusammenarbeit in der Ethnologie
Magdaléna Paríková
Würde die Mathematik nicht exakt belegen, daß wir unsere Kontakte mitden österreichischen Kollegen erst seit zehn Jahren als tagtägliche wahrneh-men können, so schiene es mir, als sei es schon viel länger so oder gar seitimmer. Augenscheinlich jedoch erinnerte die Redaktion der Österreichi-schen Zeitschrift für Volkskunde an diese Tatsache, als sie die slowakischenKollegen ersuchte, das letzte Dezennium unserer Zusammenarbeit aus derPerspektive der Ereignisse zu bilanzieren, die der Umbruch der Jahre1989/90 mit sich brachte, als auf einmal die Intensität und Regelmäßigkeitunserer Begegnungen ein ungewöhnliches Tempo annahm.
Das Gefühl kollegialer und menschlicher Vertrautheit kann allerdingsnicht als eine ganz neue Realität bezeichnet werden- es gibt hier Kontinui-täten. Nur Dank derer hatten wir Gelegenheit, diese Kontakte zu entfalten,die die Generation slowakischer und österreichischer Ethnographen wieKovačevičová, Podolák, Gaál und Fielhauer wie ein Samenkorn säte, an dieBeitl, Köstlin, Grieshofer, Bockhorn, Leščák, Ratica, Kiliánová u.a. mitFreude anknüpften. Obgleich mir Bewertungen über den strikten Umbruchund das revolutionäre Blickfeld fremd sind, muß ich dennoch der Wahrheitdie Ehre geben und konstatieren, daß die Öffnung der Grenzen im Jahr 1989grundsätzlich die Art des Zusammenlebens im mitteleuropäischen Raumveränderte und hoffnungsvolle Perspektiven auch für die Entfaltung wissen-schaftlicher Kontakte einleitete.
Dies betraf auch die österreichische und slowakische Ethnographie, dietrotz geographischer und kultureller Nähe eine künstliche Barriere trennte-in Form der ideologisch deformierten Realität des ,, Eisernen Vorhanges"-