1999, Heft 4
Literatur der Volkskunde
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wußtsein für diese Formen der Diskriminierung stark zugenommen hat"( S. 197) – was immerhin hoffen läßt. Gegenwärtig jedoch decken sich dievon den Kärntnerinnen genannten Problembereiche mit den Ergebnissen der4. Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen in Beijing 1995, wie dieAutorin in ihrem faktenreichen, engagierten Beitrag feststellt. SusanneVötter- Dankl und Christian Vötter sowie Marie- Luise Sommerbichler refe-rieren über zwei regionale Schulprojekte, durchgeführt von Schülerinnender Fachschule Bramberg( ,, Schülerinnen erforschen ihre Region") bzw. derHauptschule Rauris( ,, Schulprojekt, Frau' der Hauptschule Rauris“) – bei-des durchaus gelungene Vorhaben.
Anschließend werden 15 Fraueninitiativen im Salzburger Bereich derRegion ,, Nationalpark Hohe Tauern" mit höchst unterschiedlichen Schwer-punkten vorgestellt. Den Abschluß des Bandes bilden ein Verzeichnis vonmundartlichen Bezeichnungen von Frauen ,, zwischen Grasberg und Tauern"( erstellt von Barbara Rettenbacher- Höllwerth) sowie die Exponatenliste derAusstellung( von Angelika Kromas).
Resümierend sei festgehalten, daß es sich beim vorliegenden Band umein facettenreiches, interessantes, die Neukirchner Ausstellung zwar beglei-tendes, aber auch unabhängig von ihr nützliches ,, Frauen in den Bergen-Buch handelt, von dem zu hoffen ist, daß es( auch) viele Männer lesenmögen. Daß die Idee zu Buch und Ausstellung von einem Mann, nämlichAlfred Winter, stammt, scheint mir im Zusammenhang mit dem nicht geradeals frauenfreundlich bekannten alpinen Klima besonders erwähnenswert.
Elisabeth Bockhorn
BUCHINGER, Birgit, Doris GÖDL, Ulrike GSCHWANDTNER[= So-lution]( Text)- LAND TIROL, Frauenreferat( Hg.): ,, Frauenleben im Herr-gottswinkel". Weibliche Lebenswelten in Osttirol. Osttiroler Frauenbericht.Innsbruck 1998, 80 Seiten.[ Bestellungen: Frauenreferat des Landes Tirol,Tel.: 05 12/ 508-3581; e- mail: j.fankhauser@tirol.gv.at]
,, Eine Frau muß ja nicht arbeiten. Eine Frau gehört eher heim hinter denHerd. Und vor allem wenn sie Kinder hat, für was will sie denn arbeiten?"( S. 49) Dieses Zitat aus dem„ ,, Osttiroler Frauenbericht", Ausspruch einerInterviewpartnerin, steht im Gegensatz zu den Intentionen der drei Arbeits-gruppen und der VeranstalterInnen( Frauenreferat des Landes Tirol, Osttiro-ler Frauenplattform, Verein LEADER Virgental) der Folgeausstellung, die1999 im Kesslerstadel in Matrei in Osttirol stattfand. Zu ihr ist ein von der