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Literatur der Volkskunde
ÖZV LIII/ 102
Schließlich sind im Anhang vorgestellt: die älteste Beschreibung desAlphorns( ,, De raris et admirandis herbis“) von Conrad Gesner aus dem Jahr1555 oder 1556, eine Beschreibung des Alphorns( ,, Pilati montis historia“)von Moritz Anton Capeler aus dem Jahr 1767 ,,, Vorschläge zur Aufmunte-rung des Alphorns und Wiederbelebung des Gesangs auf dem Lande“ vonFranz Niklaus König um 1820( Anhang 1); ,, Lehrgänge und Sammlungen“,das Literaturverzeichnis, eine Diskographie sowie Bildnachweise( Anhang2); ,, Die Alphornmacher der Schweiz“,„, Hirtenhörner, Alphörner und Bü-chel in öffentlichen Sammlungen“( Anhang 3). Außerdem sind ein Plan zueinem Alphorn in Fis/ ges sowie zu einem Büchel in B, beide von ChristianSchneider und Matthias Wetter, dem Buch beigelegt.
Zahlreiche Bildnachweise und Notenbeispiele sind den Kapiteln erläu-ternd beigegeben und machen die Publikation nicht nur für Spezialisten,sondern auch für interessierte Laien äußerst lesenswert. Eine andere, d.h.logischer aufeinander abgestimmte Reihung der einzelnen Abschnitte wäreallerdings zu überlegen gewesen. Auf jeden Fall bietet das umfangreiche,fundierte Werk einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des Alphorns, vonden Anfängen bis hin zu seinem Wandel als ,, Sprachrohr von Menschenunterwegs nach neuen Werten“( S. 133), gespickt mit allen notwendigenGrundlagen zu diesem Instrument.
Roland Mahr
KUMER, Zmaga: Zlati Očenaš( Das Goldene Vaterunser). Slovenskiljudski pasijon( Die slowenische Volks- Passion). Ljubljana, Družina( Fami-lien-) Verlag, 1999, 290 Seiten, 31 Farbbild- Tafeln.
Ich erinnere mich gut, mit welcher sich hingebenden Aufmerksamkeit Jo-hannes Paul II. bei seinem ersten Papstbesuch( 18. bis 20.5.1996) im 1991selbständig gewordenen Staate Slowenien den in Hörfunk und Fernsehenübertragenen ,, Volksgesang" eines Zlati Očenaš, des seit altersher so be-nannten ,, Goldenen Vaterunsers" in meist sehr schlichten Versen zu einpräg-samer Melodie verfolgt hatte. Genau zum zweiten Papstbesuch in Sloweni-en, zur beatificatio des einstigen Bischofs von Lavant, Anton Slomšek( 1800-1862), in Maribor( Marburg a.d. Drau, 19.9.1999) wurde eine einstals Volks- Gebets- und Gesangsbuch gedachte Sammlung zu einem fürSprach- und Musikwissenschaft, insgesamt für unsere ,, Volkskunde“ be-deutsamen Werke.
Hier geht es vor allem um eine erstaunlich reiche Auswahl der Texte zumChristus- Leiden als ,, erzählende Gebete"( Nr. 1-61, S. 75-263). Dieser