1999, Heft 4
Literatur der Volkskunde
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von Anton Josef Lerchinger( um 1720- nach 1787), Anton Postl( 2. Hälfte18. Jahrhundert), Fortunat Bergant( 1721-1769); aber auch ,, Meister Wolf-gang" mit seinem ,, Eucharistischen Christus" und dessen Ähren und Reben,die aus seinen Wunden wachsen; Inselkirche im See von Bled( Veldes), 15.Jahrhundert. Den Abschluß bilden ein Ortsregister, eine reiche Liste vonMundart- und sonst ,, schwerverständlichen" Wörtern in den Texten( S. 279-289). Damit hat dieses Werk der mit dem Herderpreis( Hamburg- Wien1992) und mit dem Zois- Preis( Ljubljana 1998) ausgezeichneten Forscherinauch seinen sprach- wie musikwissenschaftlichen Wert. Vor allem aber giltdas für eine ,, Gegenwarts- Volkskunde“ des geistlichen Lebens im sloweni-schen Volke.
Leopold Kretzenbacher
Studia Ethnologica Croatica, Vol. 7/8. Zagreb 1995/1996. ISSN 1330-3627.
Der letzte Doppelband der während des Sommers 1999 vom Institut fürVolkskunde der Universität Zagreb erschienenen Zeitschrift ,, Studia Ethno-logica Croatica“ widmete seinen ersten Teil einem der größten Namen derkroatischen, aber auch der europäischen Volkskunde, dem Universitätspro-fessor Dr. Milovan Gavazzi.
Wie im einleitenden Beitrag von Vitomir Belaj dargestellt wurde, hat derim Jahre 1895 geborene Wissenschaftler ein reiches Leben geführt, das vonfruchtbarem Schaffen getragen war: Vom Studenten der Slawistik in derKlasse der bekannten Professoren Tomo Maretić( Universität Zagreb) undLubor Niederle( Universität Prag) wurde er zum Ethnologen im breitestenSinne der Wortes. Er beschäftigte sich mit der nationalen und europäischenVolkskunde, der Völkerkunde und der Ethnomusikologie. Gavazzi sammelteethnographische Materialien, dokumentierte sie in mehreren Medien, unter-zog sich fleißig musealen Tätigkeiten, unterrichtete an der Universität Zag-reb, war in den Redaktionen mehrerer wissenschaftlicher Zeitschriften aktiv,publizierte regelmäßig und nahm an zahlreichen internationalen Tagungenteil. Er organisierte Festivals der Bauernkultur und der Folklore, führte aberauch politisch gefärbte Auseinandersetzungen und war mit den größtenNamen der damaligen europäischen Geisteswissenschaften wie etwa RomanJakobson, Piotr Bogatyrev oder Kazimierz Moszyński befreundet. Die kroa-tische Volkskunde hat mehrfachen Anlaß, sich bei einem so regen Geist zubedanken: Von der Organisation des Universitätsinstituts und der Errichtungder ethnologischen Lehrveranstaltungen- die sich damals in der Qualität