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Literatur der Volkskunde
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( S. 109 ff.). Mit dem Wiederaufleben der ,, tamburica"-Tradition bei moder-nen Ensembles beschäftigt sich Ruža Bonifačič:„ Regional and NationalAspects of Tamburica Tradition: The Case of the Zlatni Dukati Neotraditio-nal Ensemble“( S. 131 ff.). Auf rezente Entwicklungen geht Tvrtko Zebecein: ,, Dance Events as Political Rituals for Expression of Identities inCroatia in the 1990s“( S. 151 ff.), über die Musik in den Kriegstagen arbeitetMiroslava Hadžihusejnovic- Valašek:„, The Osijek War- Time Music Scene1991-1992“( S. 163 ff). Dem Band, der mit einer allgemeinen Bibliographie( S. 185 ff.) sowie mit einem Index( S. 209 ff.) abschließt, ist eine CD mitMusikbeispielen beigebunden.
Walter Puchner
VARVUNIS, M. G. Η καθημερινή ζωή των Πομάκων[ Das Alltagsle-ben der Pomaken]. Athen, Odysseas, 1997, 143 Seiten, 1 Karte. ISBN960-210-308-6.
Das kleine Büchlein des an diesem Ort schon mehrfach vorgestellten Volks-kundlers der Universität Thrakien in Komotini beruht auf einer Feldstudie,die er zusammen mit Studenten im Zeitraum von 1993 bis 1996 im DorfKyknos im Raum Xanthi bei den moslimischen Pomaken erarbeitet hat. Beidieser Volksgruppe an den Südabhängen des Rhodopen- Gebirges handelt essich um islamisierte Südslawen, die durch ihre religiöse Zugehörigkeit zuder muslimisch- ,, türkischen“ Minderheit in Thrakien gerechnet werden,obwohl sie keineswegs türkisch sprechen. Aufgrund dieser eigenartigenSituation- südslawischer Dialekt, mohammedanischer Glossar ::: zum Glossareintrag mohammedanischer Glaube, angesiedeltauf griechischem Staatsgebiet- versuchen drei Staaten auf die Minderheiteinzuwirken: Bulgarien, Türkei und Griechenland. Das Schulwesen ist pa-radoxerweise so organisiert, daß die Pomakenkinder zwar arabisch undtürkisch lernen, um den Koran lesen zu können, Griechisch für die anderenUnterrichtsfächer, ihre eigene Sprache aber nicht unterrichtet wird, weil essich um keine Schriftsprache handelt. Erst in den letzten Jahren ist eineGrammatik des Pomakischen, das eben nur eine gesprochene Sprache ist,erstellt worden, sowie auch ein pomakisch- griechisches und ein griechisch-pomakisches Lexikon. Als Grenzgebiet zu Bulgarien war das Gebiet langeZeit militärisches Sperrgebiet; erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangeshat sich diese Situation geändert.
Das griechische Interesse an dieser Volksgruppe ist etwa ab 1980 nach-zuweisen und schlägt sich in einer Reihe von Publikationen nieder( K.