Jahrgang 
102 (1999) / N.S. 53
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV LIII/ 102

( im lateinischen Buchstabensystem) und in griechischer Übersetzung aufge-zeichnet. Viele dieser Angaben sind sozusagen ohne Gewähr, da es nurbeschränkte Verifikationsmöglichkeiten in der Sekundärliteratur gibt.

Der Band schließt mit einem Epilog( S. 115 ff.), dem Abkürzungsver-zeichnis( S. 119 f.), einer ungewöhnlich ausführlichen Bibliographie( S. 121–136), die anzeigt, wie stark das Interesse der griechischen wissen-schaftlichen Öffentlichkeit an dieser Sprachgruppe gestiegen ist, die aberauch das umfangreiche, zum Teil propagandistisch geprägte Schrifttum vontürkischer und früher bulgarischer Seite zusammenstellt, sowie einen Gene-ralindex( S. 137 ff.). Für eine wiederholte Seminarexkursion des volkskund-lichen Lehrgangs an der Universität Thrakien ist dies eine relativ umfang-reiche Untersuchung von einigem Tiefgang, wenn man diegespannte Situa-tion in der Region und das Mißtrauen der Einwohner gegenüber allenFremden und staatlichen Instanzen in Rechnung stellt. Und ein persönlicherErfolg des Feldforschers, der bei der Beurteilung dieses Büchleins in Rech-nung gestellt werden muß. Varvunis beschäftigt sich nicht zum erstenmalmit den Pomaken: 1995 hat er eine Monographie zur Volkskunde derPomaken vorgelegt( Πομάκων και του παραδοσιακου πολιτισμού τηςOpάкnç, Komotini 1995, vgl. meine Besprechung in ÖZV LII/ 101 1998,538) sowie zwei weitere Studien, die das Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum und das Volksliedbetreffen: ,, A contribution to the study of influences of Christian uponMoslem customs in popular worship", Journal of Oriental Glossar ::: zum Glossareintrag  Oriental and AfricanStudies 5( 1993) S. 75-89 und A contribution to folk songs research onPomacs in the area of Xanthe( Thrace/ Greece), ebd. 6( 1994), S. 101-117.Die besseren Verkehrswege, die dichteren Kommunikationsmöglichkeitenund die gezielten Versuche seitens der Regionalbehörden, das tiefverwurzel-te Mißtrauen abzubauen, werden in Zukunft bessere Zugangsmöglichkeitenschaffen und die Aufbringung von detailliertem Material erlauben.

Walter Puchner

CIRESE, Alberto Maria: Il dire e il fare nelle opere dell'uomo. Conpromemoria bibliografico degli scritti dell'Autore. Gaeta 1998. 270 Seiten.

,, Homo faber, homo loquens" hat Cirese eines der Kapitel dieses gehaltvol-len Werkes überschrieben, und daraus resultiert faktisch auch der Gesamtti-tel. Die einzelnen Studien des bekannten Volkskundlers oder Kulturanthro-pologen, wie er sich lieber bezeichnet, sind recht gegensätzlichen Inhalts,jedoch insgesamt wichtig und wie bei ihm stets gehaltvoll. In einem ,, Ten-tativo di tipologia ideologica bringt er etwa eine Betrachtung des ,, gioco