Jahrgang 
101 (1998) / N.S. 52
Seite
9
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

Band LII/ 101, Wien 1998, 9–34

Von Ami Boué zu Hugo Adolf BernatzikSkizzen zur Geschichte der österreichischen Ethnographiein Albanien vor 1938*

Für Leopold Kretzenbacher

Helmut Eberhart

Durch die jahrzehntelange Isolation des Landes blieben diez.T. herausragenden Studien österreichischer Ethnographen( entstanden zwischen der Mitte des 19. und der Mitte des 20.Jahrhunderts) zu Albanien durch Jahrzehnte hindurch weitge-hend verborgen. Das Ende der Isolation führte in den letztenJahren zu einem ausgeprägten Interesse seitens verschiedenerkulturwissenschaftlicher Disziplinen in ganz Europa und denUSA, deren Vertreter seither alleine oder in Zusammenarbeitmit albanischen Ethnographen an einschlägigen Projekten imLand arbeiten. In diesen Jahren stieg naturgemäß auch dasInteresse an den frühen Klassikern" der Albanologie; diesemUmstand trägt auch die vorliegende Studie über die früheösterreichische Ethnographie in Albanien Rechnung. Es gehtdabei um bisher noch wenig beachtete oder unbekannteAspekte dieser Forschungen, die sowohl in Publikationen alsauch in Ausstellungen ihren Niederschlag fanden, an denenauch das Österreichische Museum für Volkskunde in Wienwesentlichen Anteil hatte.

..Der Verfasser vergleicht sich einem Reisenden, den der Zufall in einGoldland führt; hier liest er ein paar glitzernde Körner vom Wege auf,dort schlägt er ein wenig Erz vom Felsen ab oder wäscht eine Hand vollGoldsand aus, und bei seiner Rückkehr legt er die gesammelten Probenden Kennern zur Prüfung vor."

Mit diesem Bild vom ethnographisch interessierten Reisenden alseinem vom Zufall geleiteten Goldsucher scheint Johann Georg von

* Der nachstehende Aufsatz wurde in wesentlich verkürzter Form im Rahmen desÖsterreichischen Historikertages 1996 in Wien referiert.

1 von Hahn, Johann Georg: Albanesische Studien, 1. Band. Athen 1981( Reprintder Ausgabe Jena 1854), S. V.