Jahrgang 
101 (1998) / N.S. 52
Seite
79
Einzelbild herunterladen
 

1998, Heft 1

Mitteilungen

79

Anmerkungen zu Hiltraud Ast:

Eine Handschrift mit magischen Formeln aus der Zeit um 1820in: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, Bd. LI/ 100,Wien 1997, 355-375

Wolfgang Ernst

Frau Prof. Hiltraud Ast ist die Mitteilung der von Johanna Hackl zu Vöslauum 1820 niedergeschriebenen 24 Zauberformeln zu danken. Der Vergleichmit den im Anhang zum, Geistlichen Schild", gedruckt zu ,, Köln, editiertenSprüchen aus der Sammlung Ast zu Gutenstein läßt erkennen, daß diesesVöslauer Manuskript nicht dem, Geistlichen Schild" entstammt.

In einem eigenen Exemplar des Geistlichen Schildes, das von dem dortverwendeten Vergleichsstück unwesentlich abzuweichen scheint, konnte ichebenso wie Hiltraud Ast weitere wesentliche Abweichungen feststellen: ImText Nr. 18 der Handschrift kommt ein Wolf vor, bei den Texten Nr. 12 und13 stimmen die Überschriften nicht, sind( im Vergleich zum GeistlichenSchild") vertauscht; die Sator- Formel wird zur Anwendung beim Feuer-löschen empfohlen, nicht für Hexerei und Teufelswerk". Besonders abersind sieben Vöslauer Textstücke von den insgesamt 24 gar nicht im Geist-lichen Schild" verzeichnet.

Dagegen gehören alle 24 Stücke ohne Ausnahme dem, Romanusbü-chlein( R.B.), einem anderen, seit Ende des 18. Jahrhunderts gedrucktenZauberbuch, an. Auch die Texte selbst kommen dieser Zauberbuchsippe vielnäher. Das gilt sowohl bei Vergleich mit dem erst 1908 bei Bartels gedruck-ten Romanusbüchlein Berlin- Weißensee, als auch für die älteren Romanus-büchlein- Ausgaben mit teilweise fingierten Druckorten Venedig ,,, Glatzund für die im Rahmen des ,, Geheimnisvollen Heldenschatzes" des Stariciusabgedruckten Zauberstücke des Venedigers. Ihre Reihenfolge bildet bei derVöslauer Handschrift gegenüber allen R.B.- Drucken Abweichungen inForm dreier Blöcke und fünf aberrierender Stücke( 3-7 des HS entsprechen35-39 bei Bartels, 11-17 entsprechen 20-25 und 18-24 entsprechen 01-07),eine Erscheinung, die man bei den handschriftlichen Exemplaren sehr oftbeobachtet.

Aber welchem der verschiedenen R.B.- Drucke steht die mitgeteilteHandschrift am nächsten? Die vermutlich älteste, die Glatzer Ausgabe,, 1788", die nach Spamer in Österreich sehr verbreitet war, scheidet wohlaus, weil in ihr Nr. 18 der Handschrift nicht vorhanden und weil Nr. 7 andersgestaltet ist. Die vier Paradiesflüsse der Nr. 4 Pisahah, Bihon, Edeckiel,Phrat" stehen z.B. dem Venedigerdruck des Germanischen Nationalmuse-