Jahrgang 
101 (1998) / N.S. 52
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1998, Heft 1

Literatur der Volkskunde

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gie im Rahmen derer eine Interpretation ihrer Forschungsergebnisse imKontext eines internationalen Vergleichs notwendig und aufschlußreichwäre. Nicht zuletzt stellt ihre Studie aber auch eine Bereicherung für einevolkskundlich- ethnologisch- kulturwissenschaftliche Familienforschungdar, die im deutschsprachigen Raum von einigen Ausnahmen abgesehenja noch immer eher ein Schattendasein führt. Die deutschsprachige Volks-kunde hat sich bisher nicht besonders intensiv mit der Frage beschäftigt, wieMenschen Mitglieder ihrer Kultur werden, welche Prozesse sich dabeivollziehen, welche Vorstellungen dabei wirksam sind und welche Mittel undMethoden zum Einsatz kommen. Die kulturelle Bedeutung der Familie undanderer Sozialisationsagenturen wurde und wird zwar immer wieder ange-sprochen, konkrete Forschungsergebnisse liegen jedoch nur in recht be-scheidenem Umfang vor. Die Lektüre von Normans Forschungsbericht unddie Auseinandersetzung mit ihren Thesen trägt vielleicht dazu bei, dasInteresse an solchen Fragen zu wecken bzw. zu forcieren.

Susanne Breuss

Stamelos, Dimitris: Nɛɛλληvɩкη λαïкη téxvn[ Neugriechische Volks-kunst]. 3. erw. Aufl. Athen, Gutenberg, 1993, XXVIII, 238 Seiten, zahlreicheAbb. auf Taf. und im Text.

Stamelos, Dimitris: Aαoypaqiкý Пivaкoðýкη[ Volkskundliche Pinako-thek]. Athen, T. Pitsilos, 1994, 303 Seiten.

Dimitris Stamelos( geb. 1931), Kulturredakteur, Kritiker, Literat, Historikerund Volkskundler, ist vor allem durch seine historischen und romanhaftenMonographien über Persönlichkeiten aus dem griechischen Freiheitskampfvon 1821 bekannt geworden, aber auch durch seine Studien zur griechischenVolkskunde. Hier seien zwei seiner bedeutendsten Monographien kurzbesprochen. Der erste Band, erstmals 1982 erschienen, bietet eine Übersichtüber die einzelnen Sparten der griechischen Volkskunst vom 16. bis zum 20.Jahrhundert. Der Band ist ausgezeichnet illustriert und in der vorliegendenForm eine wahre Augenweide. Die Einleitung geht auf aktuelle Fragen nachdem Wert der Traditionen ein, auf die Einflüsse der Hochkunst auf dieVolkskunst, auf historische Dimensionen usw. Der erste Abschnitt ist derSilber- und Goldschmiedekunst gewidmet( S. 1 ff.), der zweite der Holz-schnitzerei( S. 27 ff., Ikonostasen, Geräte, Hirtenstöcke usw.), der dritte derSteinmetzkunst( S. 77 ff.), der vierte der Stickerei( S. 89 ff., kirchliche undhäusliche Stickereien), der fünfte der Malerei( S. 119 ff., Einzelpersönlich-keiten, Wandmalereien, Truhen, Plakate und Figuren des Schattenspiels,Kaffeehausschilder usw.- hier könnten auch die frühen Kinoplakate ange-