Jahrgang 
101 (1998) / N.S. 52
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV LII/ 101

stenlaboratoriums im Schloß Oberstockstall in Kirchberg am Wagram( Si-grid von Osten), biographische Beiträge zur Horner Ärztefamilie Hartl undeine Auswahl der neueren Literatur und der Veröffentlichungen des Höbarth-museums( Erich Rabl).

Der abschließende Katalogteil ist den Beschreibungen der einzelnenausgestellten Objekte gewidmet, wobei leider Literaturangaben und Inven-tarnummern nicht angeführt werden. Viele auch für den Volkskundler inter-essante Gegenstände fanden vor allem im 3. Raum der Ausstellung Aufnah-me, so etwa auch ein Ölbild mit der Darstellung ,, Christus als Apotheker",Bildzeugnisse der Arztheiligen Kosmas und Damian, verschiedene Amulet-te, Andachtsbildchen, Votivbilder, geistliche und magische ,, Heilmittel" wieSchluckbildchen, sog., Heilige Längen, Fraisenhäubchen, aber auchSchabsteine, Alraunwurzeln, Bezoarsteine oder Halsketten aus Eisen oderKupfer, die zur Linderung von rheumatischen Erkrankungen um den Halsgetragen wurden. Dazu gesellen sich auch die für den Apotheker wichtigenGerätschaften, die zur Bereitung der Rezepturen verwendeten Mörser undWaagen sowie Gefäße zur Aufbewahrung der Elixiere, Salben und Pulver.Auch der geheimnisvolle Theriak, der bis zu hundert Bestandteile enthaltenkonnte, sowie Mumienpulver gehörten ebenso zum Inventar einer angese-henen Apotheke wie Gifte und exotische Gewürze.

Der informative Katalog zu einer Ausstellung, die sich in erster Linie anden nicht fachkundigen Interessierten wenden wollte, weist auf die Bedeu-tung der Pharmazie im historischer Kontext hin. Er stellt aber auch fürKulturhistoriker und Volkskundler eine Bereicherung ihres Wissens dar, daviele Zusammenhänge und Verbindungen zwischen Pharmazie und Religi-on, Wissenschaft, Technik und Kultur in verständlicher Form dargelegtwerden.

Elfriede Grabner

Götz, Irene: Unternehmenskultur. Die Arbeitswelt einer Großbäckerei auskulturwissenschaftlicher Sicht(= Münchner Beiträge zur Volkskunde 19).Münster, Waxmann, 1997, 277 Seiten.

An der Universität München ist im Mai 1994 eine Dissertation entstanden,die schon allein deshalb Aufmerksamkeit verdient, weil sie gewisse Para-digmenwechsel erahnen läßt. Sie wurde am Münchner Institut für deutscheund vergleichende Volkskunde verfaßt und von Helge Gerndt betreut. DieseArbeit, eine ,, kulturwissenschaftliche Betriebsmonographie" bzw. eine ,, aufFeldforschungen gründende Fallstudie behandelt als ,, Forschungsobjekt