342
Chronik der Volkskunde
-
ÖZV LII/ 101
erhebliche Differenzen aufschienen, wo es um die Zuwendung zu resp.Gewichtung von physischem, sozialem und Bedeutungsraum geht. Deutlichwerde, wie Rolf Lindner betonte, daß Räume wie Nichträume zum Berstenvoll mit Bedeutung seien, und daß die zentrale Frage laute, wie die Men-schen und wie die Wissenschaft damit umgehen( können). Angemerkt wer-den muß, daß die vorgestellten Forschungsprojekte und Dissertationen nochoft eine starke Tendenz in Richtung wie Gyr über Frankreich sagte, ethnologie dans la ville' hatten. Für eine zukünftige, ethnologie de la ville'wurde deutlich, daß weiterhin eine vertiefte Reflexion des kategorialenZugriffs( z.E. angesichts der, Totalität des Lokalen bei gleichzeitiger glo-baler Horizontauflösung) ebenso stattzufinden hat wie die Auseinanderset-zung mit der Frage, welche Methodologie einem Phänomen und For-schungsfeld Stadt bzw. urbanen Praxen sowohl fach- wie themenspezifischangemessen sein mag. Einigkeit herrschte zwischen allen beteiligten Diszi-plinen, daß historische Herangehensweisen eine eminent hohe Bedeutung inder Analyse haben, daß aber vor allem die Menschen und ihre sozialen undkulturellen Praxen im Mittelpunkt der urbanen Forschung der Gegenwarts-wissenschaften Volkskunde und Ethnologie stehen.
Leonie Koch- Schwarzer
Möglichkeiten und Wege der Zusammenarbeitmit Museen in Mittel- und Osteuropa
Expertentagung der Akademie für Politik und Zeitgeschehen inZusammenarbeit mit der Landesstelle für die
nichtstaatlichen Museen in Bayern von 17. bis 19. Juni 1998,Kloster Banz, Staffelstein, BRD
Vor dem Hintergrund der seit nunmehr bereits neun Jahren verändertenpolitischen Situation in Mittel- und Osteuropa, den sich inzwischen festi-genden neuen Beziehungen und der bevorstehenden Integration von Nach-barstaaten in die Europäische Union stellt sich die Frage einer Verbesserungder kulturellen Kontakte besonders im Bereich der Museen. Daß geradeBayern auf Grund seiner geographischen Lage der grenzüberschreitendenZusammenarbeit eine besondere Bedeutung zumißt, zeigte sich an der Ver-anstaltung der Tagung ,, Möglichkeiten und Wege der Zusammenarbeit mitMuseen in Mittel- und Osteuropa", welche von 17. bis 19. Juni 1998 imBildungszentrum Kloster Banz bei Staffelstein in Oberfranken stattfand,